Finanzen

Banken kritisieren geplanten Personalaufbau bei der Bafin

  • dts - 11. Januar 2021, 13:49 Uhr
Bild vergrößern: Banken kritisieren geplanten Personalaufbau bei der Bafin
Skyline von Frankfurt / Main
dts

.

Frankfurt/Main - Die deutschen Banken sehen den geplanten Personalaufbau bei der Finanzaufsicht Bafin nach dem Wirecard-Skandal kritisch. "Die Bafin verfügt bereits über ein hohes Maß an Expertise, das in Teilen besser eingesetzt und weiterentwickelt werden könnte", teilte die Deutsche Kreditwirtschaft (DK), die gemeinsame Interessenvertretung der deutschen Bankenverbände, dem "Handelsblatt" (Dienstagsausgabe) mit.

"Bloßer Personalaufbau kann nicht die Antwort auf diese Herausforderungen sein." Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) will die Bafin nach dem Betrugsskandal beim Zahlungsdienstleister Wirecard stärken. Laut Bafin-Chef Felix Hufeld muss die Behörde deshalb zusätzliche Mitarbeiter einstellen. "Wenn die Bafin mehr Kompetenzen bekommt, beispielsweise bei der Bilanzkontrolle, dann brauchen wir auch mehr Personal", hatte Hufeld im Dezember dem "Handelsblatt" gesagt.

Bei der DK kommt das nicht gut an. Sie weist darauf hin, "dass die Kosten der Bafin auch nach der Übernahme von Aufsichtstätigkeiten durch die EZB im November 2014 weiter gestiegen sind". Der Haushalt der Behörde hat sich seitdem mehr als verdoppelt – von 224 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 493 Millionen Euro im laufenden Jahr. Die Bafin finanziert sich durch Erstattungen, Gebühren und Umlagen der Unternehmen, die sie beaufsichtigt.

Aus Sicht der DK sollte jedoch auch Geld aus dem Bundeshaushalt fließen. "Grundsätzlich sollte über eine Rückkehr zur Beteiligung des Bundes an der Finanzierung der Bafin nachgedacht werden, da deren Tätigkeit letztlich eine staatliche Aufgabe ist", fordert die Banken-Lobby.

Weitere Meldungen

Bundesregierung prüfte Wirecard-Rettung kurz nach Pleite

Berlin - Das Bundesfinanzministerium hat kurz nach der Pleite von Wirecard Optionen geprüft, mit denen es den Aschheimer-Konzern mit Steuergeld hätte retten können. Das sagte ein

Mehr
Rufe aus London nach EU-Deal für den Finanzsektor werden lauter

London - In London werden die Forderungen nach einem Deal mit der EU für den Finanzsektor lauter. Der aktuelle Zustand sei kein dauerhafter Zustand, sagte der ehemalige britische

Mehr
Ex-EZB-Chefvolkswirt: Ausstieg aus Anleihekäufen "extrem schwierig"

Frankfurt/Main - Der frühere EZB-Chefvolkswirt Peter Praet mahnt Regierungen und Märkte, sich rechtzeitig auf steigende Zinsen einzustellen. "Ich glaube, der Ausstieg wird extrem

Mehr

Top Meldungen

IfW befürchtet Insolvenzwelle und Arbeitslosigkeit

Kiel - Der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel, Gabriel Felbermayr, warnt angesichts der weiteren Verlängerung des Lockdowns vor einer Insolvenzwelle bei

Mehr
Eisenbahn-Gewerkschaft für Ein-Kilometer-Bewegungsradius

Berlin - Der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel, fordert einen noch strengeren Lockdown, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. "Es müssen

Mehr
WEF: Von Corona ausgelöste soziale Krise größte Bedrohung für globale Stabilität

Nichts bereitet internationalen Regierungen und Unternehmen aktuell so große Sorgen wie von der Corona-Pandemie ausgelöste soziale Krisen. "Die unmittelbaren menschlichen und

Mehr