Wirtschaft

Japan verschiebt Pläne für Casino-Resorts

  • Redaktion - 11. Juni 2019
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@ Free-Photos (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Die Investoren müssen warten. Japan hat die Genehmigung für die geplanten Casino-Resorts zunächst auf 2020 verschoben. Dabei hatten sich die Geldgeber schon die Hände gerieben.

Pünktlich vor der in der japanischen Millionenstadt Osaka stattfindenden Expo im Jahr 2025 sollte alles eröffnet werden und das große Geschäft beginnen. Drei riesige Mega-Komplex nach den Vorbildern in Macao und Singapur waren geplant. Der Bau sollte bereits in den nächsten Monaten beginnen. Daraus wird nun erst einmal nichts.

Was ist der Grund für die Verschiebung?

Um den Bau der Ressorts zu ermöglichen, war geplant eine offizielle Casinolizenz zu erteilen. Eigens hierfür sollte ein Casino Management Board gegründet werden. Das ist bislang jedoch noch nicht erfolgt. Die Regierung um Ministerpräsident Shinzo Abe haben die Angelegenheit jetzt erst einmal auf Eis gelegt.

Das geplante Casino Management Board sollte ähnlich wie die Aufsichtsbehörden in den europäischen Ländern nicht nur über Genehmigungen befinden, sondern auch die staatliche Überwachung der Casinos und verantworten.

Durch die Lizenzerteilung versprach man sich große Mehreinnahmen über entsprechende Steuern auf Einsätze und Gewinne. Lizenzen sollen auch für Online Anbieter erteilt werden. Große europäische Online Casinos und deren Bewertung im Test findet man hier. Eine genaue Begründung für die nun erfolgte Verschiebung der Lizenzerteilung ins Jahr 2020 gab es bislang nicht. Spekuliert wird, dass es um Details bei der Ausgestaltung der Regelungen fürs Glücksspiel in Japan geht. Personalfragen dürften sicherlich auch eine Rolle gespielt haben. Schließlich werden in der neu zugründenden Behörde auch jede Menge gut bezahlter Posten verteilt.

Wer sind die Investoren in Asien?

Vor allem die großen US-Glücksspiel-Konzerne wie MGM Resorts International, Wynn und Harrah's Entertainment sind an der Errichtung der Ressorts interessiert. Diese besitzen neben ihren Casino-Palästen am Strip in Las Vegas bereits riesige Resorts in Macao. In den Ressorts wird alles geboten, was sich Spieler nur wünschen können.

Im Venetian Macao Resort Hotel beispielsweise können Touristen nicht nur in riesigen Casinohallen spielen, sondern auch Urlaub machen, am Strand liegen, sich durch Luxus-Boutiquen shoppen oder vor dem Original nachempfundener Kulisse eine Gondelfahrt durchs Ressort machen und dem „O sole mio" des Gondolieri lauschen.

Zahlreiche Restaurants bieten beste internationale Köstlichkeiten.

3000 Suiten, dazu 750 Spieltische und 3.000 Spielautomaten stehen im Ventian Macao zur Verfügung, 12.000 Beschäftigte kümmern sich um das Wohl der Gäste.  Weitere Ressorts sind das Sands Cotai Central-Resort, das Wynn Macao, Galaxy, City Of Dreams oder das Sheraton Macao.

Es handelt sich um gigantisches Milliardengeschäft und um einen echten Wirtschaftsfaktor

In Macao wird bereits das sechsfache von dem in Las Vegas umgesetzt. Etwa 28 Millionen Touristen us aller Herren Länder ließen bereits 2012 umgerechnet über 30 Milliarden Dollar in der Stadt am westlichen Ufer des Perlflussdeltas.

In Asien denkt man pragmatischer als in Deutschland

In Deutschland oder Europa sind angesichts sieht man das Glücksspiel eher skeptisch. Lizenzen für Casinos werden zwar erteilt, jedoch teilweise sehr restriktiv. So müssen hierzulande beispielsweise Spielhallen schließen, weil sie sich örtlich zu nah an Schulen befinden oder nicht genügend Abstand zwischen zwei Läden eingehalten wird.

Ein Casino-Ressort-Hotel würde sich angesichts zu erwartender Steuereinnahmen zwar so manch Bürgermeister in seiner Gemeinde wünschen, politisch gibt es jedoch keine Basis für so ein Projekt. Begründet werden die Restriktionen mit Schutz von Kinder- und Jugendlichen, Spielsucht und mafiösen Strukturen in dem Business. In Asien sieht man das wesentlich gelassener und schaut ganz pragmatisch auf die Steuereinnahmen.

Das Jugendliche nichts im Casino haben wird auch hier streng beachtet und überwacht. Das Thema Spielsucht ist ähnlich zu betrachten wie andere Süchte. Nicht jeder wird süchtig, wenn er mal ein paar Einsätze am Spielautomaten oder am Roulette-Tisch macht. Die Spielsucht trifft meist labile Menschen.

Das Spielen gehört jedoch seit Urzeiten zum Gesellschaftlichen Leben dazu. Besser ist, es wenn der Staat das Spiel und die Anbieter reguliert als sie zu verbieten. Wer Spielen will, spielt letztlich auch illegal.

Wie ist der aktuelle Stand bei Casinolizenzen in Deutschland

Online Casino Lizenzen werden derzeit in Deutschland überhaupt nicht erteilt, sodass die Anbieter auf Lizenzen aus dem europäischen Ausland zurückgreifen müssen. Ein Kompromiss bei der Glücksspielgesetzgebung in Deutschland ist derzeit noch nicht absehbar. Lediglich der Bereich Sportwetten wird jetzt mit einer Neuregelung im Glücksspielstaatsvertrag ab 2021 angegangen.

Der Grund ist, dass sich die Länder nicht einig sind. Bundesländer wie Berlin und Nordrhein-Westfalen sähen am liebsten alles verboten. Einige Bundesländer wie Schleswig-Holstein oder Hessen, wollen daher einen Sonderweg gehen und Glücksspiellizenzen in Eigenregie erteilen und sich so Steuereinnahmen sichern. Bislang fließen alle Einsätze in Online Casinos ins Ausland, ohne dass auch nur ein Cent Steuern n Deutschland gezahlt wird.

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