Wirtschaft

Bahn erwartet Rekordverlust von 5,6 Milliarden Euro

  • dts - 25. November 2020, 05:47 Uhr
Bild vergrößern: Bahn erwartet Rekordverlust von 5,6 Milliarden Euro
ICE der Deutschen Bahn in Berlin
dts

.

Berlin - Die zweite Corona-Welle verschärft die wirtschaftlichen Probleme der Deutschen Bahn. Die Fernzüge sind zurzeit im Schnitt nur noch zu 20 Prozent ausgelastet, die Regionalzüge zu 55 bis 60 Prozent.

Laut eines Berichts der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" steuert der bundeseigene Konzern auch deshalb dieses Jahr auf einen Rekordverlust von 5,6 Milliarden Euro zu. Das gehe aus den Unterlagen für die Aufsichtsratssitzung am 9. Dezember hervor, schreibt das Blatt. Zum Halbjahr hatte die Bahn ein Minus von 3,7 Milliarden Euro ausgewiesen. Um die Verluste auszugleichen, hat die Bundesregierung der Bahn im Konjunkturpaket vom Juni eine Aufstockung des Eigenkapitals um 5 Milliarden Euro versprochen.

Dass die Staatshilfen noch vor Silvester fließen können, wird indes immer unwahrscheinlicher, denn die EU-Kommission lässt sich Zeit mit der Beihilfenprüfung. Argumente liefern ihr auch die Bahn-Konkurrenten, die in den Zusagen eine unzulässige Bevorzugung des Staatskonzerns sehen. Die Schienenverbände Netzwerk Europäischer Eisenbahnen (NEE) und Mofair kritisieren in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel, die geplanten Hilfen würden den Wettbewerb zusätzlich verzerren. Auch der Bundesrechnungshof hält die großzügigen Zusagen für unangemessen.

In einem aktuellen Bericht, über den die FAZ berichtet, empfiehlt er, die Hilfen für die Bahn vorerst zu sperren und "nur schrittweise und auf Nachweis der Höhe und der unmittelbaren Verursachung durch die Corona-Pandemie auszuzahlen". Der Bund müsse außerdem die vom Konzern versprochenen Gegensteuerungsmaßnahmen "einfordern und sicherstellen". "Besonders in den Phasen stark eingeschränkten öffentlichen Lebens ("Shutdown") ist fraglich, ob der Konzern alle Möglichkeiten der Schadensminimierung ausschöpfte, beispielsweise Reduktion des Fernverkehrs auf ein angemessenes Grundangebot und Erlösstabilisierung durch Anpassungen im Preissystem", schreibt der Rechnungshof.

Weitere Meldungen

Arbeitsminister behält sich Verlängerung der Homeoffice-Pflicht vor

Berlin - Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) behält sich eine Verlängerung der vorerst bis zum 15. März befristeten Homeoffice-Pflicht vor. "Wir gucken rechtzeitig, ob eine

Mehr
Linke: Arbeitgeber sollen Geringverdienern FFP2-Masken stellen

Berlin - Die Linke im Bundestag will Arbeitgeber dazu zwingen, Beschäftigten mit geringem Einkommen kostenlose Corona-Masken mit besonders hohem Schutz zu finanzieren. Es müsse

Mehr
Mehr als 100.000 stornierte Flugtickets noch nicht zurückerstattet

Berlin - In Deutschland warten immer noch Zehntausende Kunden auf die Rückerstattung der Ticketkosten für ausgefallene Flüge. "Auch wenn die Fluggesellschaften Pandemie-bedingt

Mehr

Top Meldungen

EU-Kommission erwägt Limit für Barzahlungen

Brüssel - Die EU-Kommission diskutiert mit den Mitgliedstaaten über eine EU-weite Obergrenze für Barzahlungen, um Geldwäsche zu erschweren. Dies berichtet die "Süddeutsche

Mehr
Seehofer blockiert Verordnung zum Schuttrecycling

Berlin - In der Bundesregierung ist ein Streit über die Verwertung mineralischer Abfälle aus Industrie und Baubranche entbrannt. Der für das Bauen zuständige Bundesinnenminister

Mehr
Bericht: VW verschärft Corona-Maßnahmen

Wolfsburg - Der Wolfsburger VW-Konzern greift in der Corona-Pandemie offenbar zu drastischen Maßnahmen, um den Schutz seiner Beschäftigten vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu

Mehr