Brennpunkte

Kämpfe in äthiopischer Region Tigray reißen nicht ab

  • AFP - 22. November 2020, 14:41 Uhr
Bild vergrößern: Kämpfe in äthiopischer Region Tigray reißen nicht ab
Zehntausende flüchteten vor den Kämpfen in den Sudan
Bild: AFP

Auch nach drei Wochen anhaltender Kämpfe ist ein Ende des Konflikts zwischen der äthiopischen Zentralregierung und der abtrünnigen Region Tigray nicht abzusehen. Die äthiopische Armee drohte am Sonntag mit einem Großangriff auf Mekele, die Hauptstadt der Region.

Auch nach dreiwöchigen Kämpfe ist ein Ende des Konflikts in Äthiopien zwischen der Zentralregierung und der abtrünnigen Region Tigray nicht in Sicht. Die äthiopische Armee drohte am Sonntag mit einem Großangriff auf Mekele, Hauptstadt der Region und Sitz der Regionalregierung. Das Militär werde Mekele "mit Panzern umzingeln", sagte Armeesprecher Dejene Tsegaye staatlichen Rundfunksendern. 

Die rund 500.000 Einwohner rief er auf, sich in Sicherheit zu bringen. Wer sich hingegen nicht von der Regionalregierung lossage, werde "keine Gnade" erfahren.

Die Regierungstruppen haben in den vergangenen Tagen nach eigenen Angaben mehrere Städte eingenommen, darunter die historisch bedeutsame Stadt Aksum und das 100 Kilometer nördlich von Mekele gelegene Edaga Hamus. 

Die Regionalregierung von Tigray warf den Regierungsstreitkräften am Samstag vor, bei Angriffen auf die Stadt Adigrat mehrere Zivilisten getötet zu haben. Die Regierung bestreitet hingegen, Zivilisten anzugreifen.

In der nordäthiopischen Grenzregion Tigray gibt es bereits seit Monaten Spannungen. Die dort regierende Volksbefreiungsfront TPLF dominierte drei Jahrzehnte lang die äthiopische Politik, bevor der aktuelle äthiopische Regierungschef Abiy Ahmed 2018 an die Macht kam. Die TPLF erkennt Abiy nicht an, der im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war.

Anfang des Monats sandte Abiy Streitkräfte nach Tigray, wodurch der Konflikt mit der TPLF vollends entbrannte. Abiy hat die Appelle internationaler Politiker, die Kämpfe einzustellen und einen Vermittler in dem Konflikt zuzulassen, bisher ignoriert.

Hunderte Menschen sind Berichten zufolge bei den Kämpfen in Äthiopien bisher getötet worden, zehntausende flohen aus dem Konfliktgebiet in den benachbarten Sudan. Beobachter befürchten, dass sich die Gefechte ausweiten und die ganze Region destabilisieren könnten. 

Der Konflikt hat bereits auf das benachbarte Eritrea übergegriffen. Vor einer Woche feuerte die TPLF Raketen auf die Hauptstadt Asmara und die südwestliche Stadt Bahir Dar ab. Die Volksbefreiungsfront wirft dem Nachbarland vor, die äthiopische Zentralregierung zu unterstützen.

Weitere Meldungen

Mindestens zehn Goldsucher in Nicaragua nach Erdrutsch in Mine eingeschlossen

Bei einem Erdrutsch in einer inoffiziellen Goldmine in der Region La Esperanza im Süden von Nicaragua sind am Freitag mindestens zehn Goldsucher eingeschlossen worden. Ein

Mehr
USA beenden von China finanzierte Austauschprogramme

Die Regierung des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump hat fünf von China finanzierte Austauschprogramme beendet. Außenminister Mike Pompeo warf der Führung in Peking in einer

Mehr
Mindestens 16 Tote nach Busunglück in Brasilien

Bei einem Busunglück in Brasilien sind am Freitag mindestens 16 Menschen gestorben. Offenbar durch ein Versagen der Bremsen war das Fahrzeug von einer Brücke im Bundesstaat Minas

Mehr

Top Meldungen

Grüne und Naturschützer legen Konflikt um Windkraft bei

Berlin - Nach jahrelangen Konflikten zwischen Naturschutz und Energiewende haben sich die Grünen und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auf eine gemeinsame Position zur

Mehr
DB Cargo setzt auf Übernacht-Expresszüge

Mainz - DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta will die Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn zum wichtigsten Bahnlogistik-Unternehmen in Europa machen. "Der Kunde braucht künftig nur

Mehr
GroKo plant Spenden-Datenbank für gemeinnützige Organisationen

Berlin - Gemeinnützige, mildtätige oder kirchliche Stiftungen, Vereine und andere Organisationen, die Steuervorteile nutzen und Spendenquittungen ausstellen wollen, werden

Mehr