Wirtschaft

Herbstbelebung lässt Arbeitslosigkeit in Deutschland im Oktober weiter sinken

  • AFP - 29. Oktober 2020, 13:56 Uhr

Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat sich im Oktober im Zuge der üblichen Herbstbelebung weiter gebessert. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Vergleich zum Vormonat um 87.000 auf 2,76 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) mitteilte.

Die Lage am deutschen Arbeitsmarkt hat sich vor der jüngsten Zuspitzung der Corona-Lage im Zuge der üblichen Herbstbelebung im Oktober weiter gebessert. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Vergleich zum Vormonat um 87.000 auf 2,76 Millionen, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Damit ging die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 6,0 Prozent zurück.

Experten der BA sowie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) warnten am Donnerstag zugleich vor den wirtschaftlichen Folgen der zuletzt stark steigende Infektionszahlen, die am Mittwoch zu dem Bund-Länder-Beschluss über einen vierwöchigen Teil-Lockdown im November führten. Der deutsche Arbeitsmarkt stehe "vor einem ziemlich harten Winter", sagte Heil in Berlin.

Die Bundesregierung werde "um jeden Arbeitsplatz in Deutschland" kämpfen, betonte der Minister. Es sei richtig, das entsprechende Instrumentarium wie das Kurzarbeitergeld und Soforthilfen für die Unternehmen einzusetzen und zu verlängern. Gleichwohl greife etwa das Kurzarbeitergeld nicht immer, Minijobber etwa seien außen vor.

Die Prognosen aller Experten gingen außerdem davon aus, dass es "Chancen auf eine Frühjahrsbelebung und einen wirtschaftlichen Aufschwung" gebe, ergänzte Heil. Dafür sei es aber notwendig, die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen und eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. Auch ein Impfstoff sei erforderlich. Zuletzt habe sich der deutsche Arbeitsmarkt nach dem Einbruch im Frühjahr wieder stabilisiert und sei "robust".

Laut Experten der Bundesagentur für Arbeit (BA) könnten durch den neuerlichen Teil-Lockdown, der vor allem die Gastronomie sowie die Freizeit- und Kulturbranche trifft, zumindest kurzfristig über 100.000 Arbeitsplätze bedroht sein. Das teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg in einer aktuellen Einschätzung zur Lage von Wirtschaft und Jobmarkt mit.

Insgesamt habe sich die Situation am deutschen Arbeitsmarkt in den vergangenen Wochen verbessert, hieß es. Dieser bleibe auch weiterhin "relativ robust". Allerdings sei zu erwarten, dass die neuen Eindämmungsmaßnahmen wirtschaftliche Auswirkungen hätten und "in der Folge über 100.000 Jobs kurzfristig verloren gehen". Auch die Zahl der Kurzarbeiter werde erneut "deutlich steigen".

Aktuell lag die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Oktober trotz der Verbesserungen gegenüber den Vormonaten um 556.000 über der des Vergleichsmonats des Vorjahres. "Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung sind im Oktober kräftig gesunken. Die Inanspruchnahme von Kurzarbeit nimmt weiter ab. Nach wie vor zeigen sich am Arbeitsmarkt aber deutliche Spuren der ersten Welle der Corona-Pandemie", erläuterte BA-Chef Detlef Scheele.

Der BA zufolge lag die Zahl der von ihr geprüften Anzeigen auf Kurzarbeit zwischen dem 1. und 25. Oktober bei 96.000. Damit lag die Zahl in etwa auf demselben Niveau wie im Vormonat September. 

Die aktuellsten Daten zur tatsächlich in Anspruch genommenen Kurzarbeit bezogen sich auf den August. In diesem Monat wurden nach BA-Angaben vom Donnerstag für 2,58 Millionen Arbeitnehmer Kurzarbeitergeld gezahlt. Im April bezogen noch sechs Millionen Menschen Kurzarbeitergeld, seither nimmt die Zahl beständig ab.

Die Grünen im Bundestag forderten weitergehende Maßnahmen zur Stabilisierung des Arbeitsmarkts. Die Verlängerung des Kurzarbeitergelds bis ins nächste Jahr sei ein richtiger Schritt gewesen, erklärte deren Arbeitsmarktexperte Wolfgang Strengmann-Kuhn in Berlin. Angesichts der schwierigen Situation brauche es aber "viel mehr". Unter anderem schlug er ein nach Einkommen gestaffeltes "Kurzarbeitergeld plus" sowie einfache unbürokratische Hilfe für Selbstständige, Freiberufler und Künstler vor.

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