Wirtschaft

Lufthansa häuft in der Corona-Krise Verlust von über vier Milliarden Euro an

  • AFP - 20. Oktober 2020, 16:28 Uhr
Bild vergrößern: Lufthansa häuft in der Corona-Krise Verlust von über vier Milliarden Euro an
Maschinen der Lufthansa
Bild: AFP

Die von der Corona-Krise schwer getroffene Lufthansa hat im dritten Quartal erneut massive Verluste eingefahren. Von Juli bis September machte die Airline nach eigenen Angaben vom Dienstag ein Minus von knapp 1,3 Milliarden Euro vor Steuern.

Deutschlands größte Airline, die Lufthansa, hat in der Corona-Krise bereits über vier Milliarden Euro Verlust gemacht. Im dritten Quartal erreichte das Minus vor Steuern knapp 1,3 Milliarden Euro, wie die Lufthansa am Dienstag mitteilte. Es war damit aber geringer als im zweiten Quartal mit netto 1,5 Milliarden Euro Minus. Noch hat die Airline auch dank staatlicher Hilfe ein Finanzpolster von rund zehn Milliarden Euro.

Die Corona-Krise habe die Lufthansa weiter "erheblich belastet", erklärte der Konzern. Wegen der Ausweitung des Flugplans in den Sommermonaten Juli und August und "erheblicher" Kostensenkungen hätten die Verluste gegenüber dem zweiten Quartal jedoch verringert werden können. Der Verlust von Juli bis September lag demnach bei minus 1,262 Milliarden Euro - der Verlust der neun Monate von Januar bis September bei minus 4,161 Milliarden Euro. 

Im dritten Quartal 2019 hatte die Lufthansa noch einen Gewinn von fast 1,3 Milliarden Euro vor Steuern verzeichnet. In diesem Jahr führten die weltweiten Reiseeinschränkungen infolge der Corona-Pandemie jedoch zu einem massiven Einbruch der Fluggastzahlen.

Die Lufthansa warnte vor schwierigen Wintermonaten: Die Nachfrage nach Flugreisen werde voraussichtlich niedrig bleiben; die Airlines der Lufthansa-Gruppe werden "nach aktueller Planung im vierten Quartal nur maximal 25 Prozent der Vorjahreskapazität anbieten". 

Ende September standen der Lufthansa den Angaben zufolge noch 10,1 Milliarden Euro liquide Mittel zur Verfügung - davon 6,3 Milliarden Euro aus den Stabilisierungspaketen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Belgien in Höhe von ursprünglich neun Milliarden Euro. Der Konzern sei in der Lage, auch weiteren Belastungen der Corona-Pandemie standzuhalten, zeigte sich die Lufthansa optimistisch.

Die Lufthansa fährt einen strengen Sparkurs: Die Airline will mehr als 22.000 Vollzeitstellen streichen und mustert ihre Großraumflugzeuge vom Typ Airbus A380 aus. Insgesamt will die Fluggesellschaft ab Mitte 2025 insgesamt 150 Maschinen stilllegen. 

Weitere Meldungen

Großbritannien plant Verbot von Schlachttier-Exporten

Die britische Regierung will nach dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs die Ausfuhr lebender Schlacht- und Masttiere ins Ausland verbieten. Die Regierung startete am Freitag

Mehr
Umfrage: Reichweiten von E-Autos genügen für viele Verbraucher im Alltag bereits

Die Sorge vor angeblich zu geringen Reichweiten von Elektroautos ist laut einer Umfrage im Alltag der meisten Autofahrer unbegründet. 77 Prozent der befragten Autofahrer gaben

Mehr
Dänemark kündigt Ausstieg aus der Öl- und Gasförderung an

Dänemark - nach dem Brexit größter Ölproduzent der EU - steigt bis 2050 aus der Öl- und Gasförderung in der Nordsee aus. Wie das Energieministerium am Freitag mitteilte, will das

Mehr

Top Meldungen

Bund: Novemberhilfen für Unternehmen nicht vor Januar ausgezahlt

Berlin - Die Auszahlung der staatlichen Überbrückungshilfen an die Wirtschaft verzögern sich bis in den Januar 2021. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine

Mehr
Grüne und Naturschützer legen Konflikt um Windkraft bei

Berlin - Nach jahrelangen Konflikten zwischen Naturschutz und Energiewende haben sich die Grünen und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auf eine gemeinsame Position zur

Mehr
DB Cargo setzt auf Übernacht-Expresszüge

Mainz - DB-Cargo-Chefin Sigrid Nikutta will die Güterverkehrssparte der Deutschen Bahn zum wichtigsten Bahnlogistik-Unternehmen in Europa machen. "Der Kunde braucht künftig nur

Mehr