Politik

Mikrofone von Trump und Biden sollen bei TV-Duell teilweise stumm geschaltet werden

  • AFP - 20. Oktober 2020, 12:54 Uhr
Bild vergrößern: Mikrofone von Trump und Biden sollen bei TV-Duell teilweise stumm geschaltet werden
Bild: AFP

Nach dem von Unterbrechungen und gegenseitigen Beschimpfungen geprägten ersten TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Wahl-Herausforderer Joe Biden hat die für die Fernsehdebatten zuständige Kommission die Regeln für das nächste Zusammentreffen der Präsidentschaftskandidaten angepasst.

Nach dem von Unterbrechungen und Chaos geprägten ersten TV-Duell zwischen US-Präsident Donald Trump und seinem Wahl-Herausforderer Joe Biden hat die für die Fernsehdebatten zuständige Kommission die Regeln für das nächste Zusammentreffen der Präsidentschaftskandidaten angepasst. Wenn die Redezeit eines Kandidaten abgelaufen sei, werde sein Mikrofon stumm geschaltet, kündigte die Kommission am Montag (Ortszeit) an. Diese Maßnahme solle eine "zivilisierte Debatte befördern". 

Jedem Kandidaten stünden zur Beantwortung einer Frage des Moderators zwei Minuten zur Verfügung, führte die Kommission aus. Danach werde das Mikrofon stumm geschaltet. In der anschließenden offenen Diskussion blieben die Mikrofone aber eingeschaltet. 

Sie hoffe, "dass die Kandidaten auf diese Weise ihre jeweilige Redezeit respektieren, was eine zivilisierte Debatte befördern und so den Nutzen für die Zuschauer steigern wird", erklärte die Kommission.

Trumps Wahlkampfmanager Bill Stepien reagierte verärgert auf die Ankündigung. Trump sei entschlossen, mit Biden zu debattieren, unabhängig von "Regeländerungen durch die voreingenommene Kommission in letzter Minute", erklärte er. Der für die Fernsehdebatten zuständigen Kommission warf er vor, "ihrem favorisierten Kandidaten einen Vorteil verschaffen" zu wollen. 

Trump und Biden hatten sich Ende September ein chaotisches Fernsehduell geliefert, bei dem der Präsident seinem demokratischen Herausforderer pausenlos ins Wort gefallen war. Laut der Nachrichtenseite "Axios" unterbrach Trump seinen Herausforderer genau 71 Mal; umgekehrt fiel Biden Trump nur 22 Mal ins Wort. 

Das TV-Duell am Donnerstag wird das letzte vor der Wahl am 3. November sein. Ein ursprünglich für den 15. Oktober geplantes TV-Duell zwischen Trump und Biden war abgesagt worden. Zuvor hatte es Streit um mögliche Formatänderungen wegen Trumps Corona-Infektion gegeben. 

Wegen der Covid-19-Erkrankung des Präsidenten hatte die Kommission ein virtuelles Duell vorgeschlagen, um "Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten zu schützen". Trumps Wahlkampfteam hatte eine solche Debatte jedoch abgelehnt und auf eine Verschiebung gepocht. Die Kommission entschied sich daraufhin schließlich für die Absage des Duells. 

Anstelle des abgesagten TV-Duells gaben Trump und Biden am vergangenen Donnerstagabend zur selben Sendezeit Fernseh-Interviews. Biden warf Trump vor, weiterhin "nichts" gegen die Corona-Pandemie zu unternehmen. Trump versicherte dagegen, die USA seien "dabei, über den Berg zu kommen".

Trump war nach seiner Corona-Infektion Anfang Oktober drei Tage lang im Krankenhaus behandelt worden. Nach seiner Entlassung bezeichnete er sich als "geheilt" und "immun" und nahm den Wahlkampf umgehend wieder auf.

Der Umgang des 74-jährigen Amtsinhabers mit der Corona-Pandemie ist eines der zentralen Themen im US-Wahlkampf. Weniger als zwei Wochen vor der Abstimmung am 3. November liegt Trump in Umfragen deutlich hinter seinem Herausforderer Biden. 

Der Republikaner hat nicht nur im landesweiten Umfrageschnitt einen Rückstand von rund zehn Prozentpunkten. Auch in besonders wichtigen Schlüsselstaaten wie Michigan, Pennsylvania und Wisconsin liegt Biden vorne.

Weitere Meldungen

Johnson und von der Leyen beraten über Zukunft der Post-Brexit-Gespräche

Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen über ein Handelsabkommen nach dem Brexit haben die EU und Großbritannien nun auf höchster Ebene nach einer Lösung gesucht.

Mehr
Hohe Corona-Zahlen verstärken Forderungen nach schärferen Regeln zum Jahresende

Angesichts weiter hoher Corona-Infektionszahlen werden Rufe aus der Politik nach schärferen Beschränkungen über Weihnachten und Silvester lauter. Bayerns Ministerpräsident Markus

Mehr
Gewaltsame Ausschreitungen bei Demonstration in Paris gegen Sicherheitsgesetz

Bei Protesten gegen soziale Ungerechtigkeit und gegen Polizeigewalt ist es am Samstag in Paris zu schweren Ausschreitungen gekommen. Demonstranten setzten in der französischen

Mehr

Top Meldungen

Bis zu 400 Millionen Euro Schaden für deutsche Skigebiete

München - In deutschen Skigebieten droht ein Schaden von 400 Millionen Euro, falls die Corona Beschränkungen den ganzen Winter anhalten sollten. Die deutschen Seilbahnen nehmen

Mehr
Novemberhilfen: Söder will Abschlagszahlungen bis 100.000 Euro

Berlin - Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) fordert die Abschlagszahlungen der Novemberhilfen deutlich zu erhöhen. Beim Treffen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den

Mehr
USA starten neuen Anlauf gegen Nord Stream 2

Berlin - Die Berliner US-Botschaft hat die Bundesregierung aufgerufen, einen vorübergehenden Stopp der Bauarbeiten an der umstrittenen Ostseepipeline Nord Stream 2 zu erwirken.

Mehr