Politik

Protest-Jahrestag: Zehntausende demonstrieren in Chile für soziale Gerechtigkeit

  • AFP - 19. Oktober 2020, 00:42 Uhr
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Demonstranten auf der Plaza Italia in Santiago de Chile
Bild: AFP

Ein Jahr nach dem Beginn einer Protestbewegung für mehr soziale Gerechtigkeit in Chile haben tausende Menschen in der Hauptstadt Santiago demonstriert. Kommende Woche stimmen die Chilenen über die Zukunft ihrer Verfassung ab.

Ein Jahr nach dem Beginn einer Protestbewegung für mehr soziale Gerechtigkeit in Chile haben zehntausende Menschen in der Hauptstadt Santiago demonstriert. Auf der Plaza Italia im Zentrum Santiagos herrschte am Sonntag ausgelassene Stimmung. Demonstranten sangen und tanzten, viele trugen Gesichtsmasken zum Schutz gegen das Coronavirus. In der kommenden Woche stimmen die Chilenen darüber ab, ob die Verfassung des südamerikanischen Landes überarbeitet werden soll. 

Am Rande der Proteste kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Sicherheitskräfte zogen sich im Laufe des Tages aber von dem Platz zurück, den die Protestbewegung Plaza Dignidad (Platz der Würde) getauft hatte.

Viele Demonstranten forderten, bei der Abstimmung am kommenden Sonntag mit "Ja" zu stimmen. "Das ist die Chance zu sagen: Es reicht", sagte Paulina Villarroel, eine 29-jährige Psychologin. "Wir werden mit 'Ja' stimmen." Die Abstimmung über die Zukunft der chilenischen Verfassung, die ein Erbe der Militärjunta von Augusto Pinochet ist, war ein Zugeständnis der Regierung nach monatelangen Protesten. 

Die Proteste hatten am 18. Oktober 2019 nach einer Erhöhung der Ticketpreise im öffentlichen Nahverkehr begonnen. Die Demonstranten kritisierten dann aber auch niedrige Löhne, hohe Kosten für Bildung und Gesundheit sowie die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Die Demonstrationen zählten mit zwischenzeitlich mehr als einer Million Teilnehmern zu den größten in der Geschichte des Landes. Immer wieder kam es dabei zu gewalttätigen Konfrontationen zwischen Teilnehmern und den Sicherheitskräften.

"Ich bin gekommen um etwas zu feiern, das ich mir in Chile seit der Rückkehr zur Demokratie nie hätte vorstellen können", sagte die 68-jährige Ärztin Olga Neira, die die Demonstration am Sonntag mit ihrer Tochter besuchte. Sie glaube fest an ein "Ja" bei der Abstimmung über die Verfassung. 

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