Politik

Tausende Demonstranten in Thailand trotzen erneut Versammlungsverbot

  • AFP - 17. Oktober 2020, 16:36 Uhr
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Pro-demokratische Proteste in Thailand
Bild: AFP

In Thailand haben sich am Samstag erneut tausende Menschen dem Versammlungsverbot der Regierung widersetzt und sind zu Protesten auf die Straßen gegangen. Am dritten Tag in Folge forderten die Demonstranten den Rücktritt von Regierungschef Prayut Chan-O-Cha.

In Thailand haben sich am Samstag erneut tausende Menschen dem Versammlungsverbot der Regierung widersetzt und sind zu Protesten auf die Straßen gegangen. Am dritten Tag in Folge forderten die pro-demokratischen Demonstranten in der Hauptstadt Bangkok den Rücktritt von Regierungschef Prayut Chan-O-Cha. Die Orte für die Proteste wurden von den Organisatoren erst eine Stunde vor Beginn bekanntgegeben, um Absperrungen durch die Behörden zu verhindern.

Auf den Schildern der größtenteils jungen Demonstranten standen Slogans wie: "Ihr könnt uns nicht töten, wir sind überall" und "Hört auf, Menschen zu verletzen". Mehrere hatten Helme und Gasmasken zu dabei. "Ich bin besorgt um meine Sicherheit, aber wenn ich nicht raus gehe, habe ich keine Zukunft", sagte die 18-jährige Wirtschaftsstudentin Min der Nachrichtenagentur AFP. 

Eine der Organisatorengruppen der Bewegung hatte die Demonstranten aufgerufen, sich "körperlich und geistig" auf die Proteste vorzubereiten und mit Maßregelungen durch die Polizei zu rechnen. Am Freitag hatte die Polizei Wasserwerfer gegen die Demonstranten eingesetzt. Regierungschef Prayut hatte am Donnerstag den Ausnahmezustand erklärt, wodurch Versammlungen von mehr als vier Menschen verboten wurden. 

Die pro-demokratische Protestbewegung fordert den Rücktritt der Regierung und eine offene Debatte über die Rolle der Monarchie in Thailand. Für Empörung sorgten zudem die Festnahmen von Aktivisten der Demokratiebewegung. Einigen von ihnen droht lebenslange Haft gemäß einem seit Jahrzehnten nicht mehr angewandten Gesetz.

In der jüngeren thailändischen Vergangenheit hat es eine ganze Reihe von Militärputschen gegeben, der jüngste fand 2014 statt. Aus einer von Betrugsvorwürfen überschatteten Parlamentswahl ging dann im vergangenen Jahr der frühere Armeechef Prayut als Sieger hervor.

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