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Studie: Kurzarbeit wandelt sich in Coronakrise

  • dts - 14. Oktober 2020
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Schutzhelme
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Berlin - Kurzarbeit haben in der Coronakrise erstmals vor allem Kleinbetriebe und die Gastronomie in Anspruch genommen, um Entlassungen zu vermeiden. In der vorherigen Finanzmarktkrise waren es dagegen Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, die auf Kurzarbeit setzten, wie eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung ergab, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben) berichten.

Auch Frauen sind diesmal stärker betroffen. Kurzarbeit wird in der Pandemie so stark genutzt wie niemals zuvor, heißt es in der Studie für die rund 6.000 Beschäftigte befragt wurden. Auf dem bisherigen Höhepunkt der Krise im April erhielten 5,95 Millionen Erwerbstätige Kurzarbeitergeld - und damit fast vier Mal mehr Menschen als während der Finanzmarktkrise im Jahr 2009, als 1,5 Millionen Menschen Kurzarbeit in Anspruch nahmen. "Der massive Einsatz von Kurzarbeit hat in einem bislang unbekannten Ausmaß einen dramatischen Anstieg der Arbeitslosenzahlen infolge der Corona-Pandemie verhindern können", berichten die WSI-Forscher Toralf Pusch und Hartmut Seifert. Während in der Finanzmarktkrise 2009 dreimal mehr Männer als Frauen in Kurzarbeit waren, war im Juni die Quote unter beiden Geschlechtern mit je rund 13 Prozent Beschäftigten in Kurzarbeit beinahe gleich hoch. Dies liege wesentlich daran, dass in der Pandemie nicht nur Industriebetriebe stark betroffen sind, sondern auch viele Dienstleistungsbranchen, in denen Frauen arbeiten, so die Forscher. Am stärksten hat die Gastronomie laut Studie die Kurzarbeit für 45 Prozent ihrer Mitarbeiter genutzt. Danach folgen das verarbeitende Gewerbe (rund 20 Prozent) sowie der Verkehrs- und Logistikbereich mit gut 17 Prozent. Gering verbreitet ist die Kurzarbeit in der Coronakrise unterdessen im Gesundheits- und Sozialwesen mit fünf Prozent, im Bau (knapp vier Prozent) und im öffentlichen Dienst (knapp drei Prozent). Jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (21 Prozent) arbeitete im Juni laut Studie weniger als vor der Pandemie. Oft wurde die Arbeitszeit um rund 50 Prozent reduziert. Gleichzeitig mussten aber auch 14 Prozent der Befragten mehr arbeiten. Insbesondere in systemrelevanten Bereichen wie dem Lebensmittelhandel arbeiteten 19 Prozent der Befragten mehr als üblich - im Schnitt 5,7 Stunden mehr pro Woche. Im öffentlichen Dienst machten 17 Prozent im Durchschnitt 4,7 Stunden Überstunden pro Woche. Die meisten Kurzarbeiter müssen finanzielle Einbußen hinnehmen. 58 Prozent der Beschäftigten, die nach Tarifvertrag bezahlt werden, erhielten eine finanzielle Aufstockung durch den Arbeitgeber, berichten die Forscher. In Unternehmen ohne Tarifbindung waren es nur 34 Prozent. Jeder Zweite, der das normale Kurzarbeitergeld erhält, schätzt in der Befragung, dass sich sein Haushaltseinkommen um 25 bis 50 Prozent reduziert hat. Weitere 46 Prozent gehen von Verlusten bis zu 25 Prozent aus. Nur zehn Prozent der Kurzarbeiter nutzten die gewonnene freie Zeit zur Weiterbildung, während es unter den Vollbeschäftigten 18 Prozent waren.

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