München (dts Nachrichtenagentur) - Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, sieht in der AfD eine Gefahr für die Demokratie in Deutschland. Sie sehe in vielen Bereichen keinen Unterschied mehr zur NSDAP, bevor diese an die Macht gekommen sei, sagte Knobloch dem "Stern".
Die Nazis von damals hätten zwar anders ausgesehen, Uniformen getragen und seien anders organisiert gewesen. Sie hätten aber von Anfang an klargemacht, was sie vorhatten. Jeder habe das wissen können, erklärte Knobloch, die unter falscher Identität den Holocaust überlebt hatte.
Sie habe viele schreckliche Parteien erlebt, etwa NPD, Republikaner und DVU, erklärte Knobloch. Diese seien gekommen und wieder verschwunden. Keine sei jedoch so gefährlich wie die AfD.
Sie habe schon einmal erlebt, dass die Deutschen einer Partei hinterhergelaufen seien und sich nicht damit beschäftigen wollten, was das für große Teile der Bevölkerung bedeuten würde. Dies dürfe man nicht noch einmal erlauben. Bei vielem, was AfD-Politiker von sich geben, frage sie sich, wo die Justiz sei. Man dürfe nicht ungestraft gegen Menschen hetzen. "Wir müssen in der Bekämpfung dieser Radikalen selbst zu radikalen Mitteln greifen, anders werden wir es nicht schaffen."
Auf die Frage, welche Mittel dies sein könnten, empfahl Knobloch, die gerade ein Buch unter dem Titel "Trotzdem Weiter" veröffentlicht hat, eine neuerliche Prüfung des Verbotsverfahrens, auch wenn sie einem solchen wenig Chancen einräumt.
Das Land, das es geschafft habe, wieder zu sich zu kommen, sei ins Wanken geraten, so Knobloch. Sie sei besorgt über den um sich greifenden Judenhass. Man müsse darum bangen, ob das Land ein demokratisches bleibe.
Brennpunkte
Knobloch sieht Parallelen zwischen AfD und NSDAP vor Machtübernahme
- dts - 19. August 2026, 00:01 Uhr
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