Finanzen

Bafin überprüft Wirecard-Geschäfte der eigenen Mitarbeiter genauer

  • dts - 8. Oktober 2020, 12:42 Uhr
Bild vergrößern: Bafin überprüft Wirecard-Geschäfte der eigenen Mitarbeiter genauer
500-Euro-Geldscheine
dts

.

Berlin - Die deutsche Finanzaufsicht Bafin will die Wirecard-Geschäfte ihrer Mitarbeiter aus den Jahren 2018, 2019 und 2020 noch einmal genau unter die Lupe nehmen. Die Behörde habe "eine Sonderauswertung eingeleitet, die noch nicht abgeschlossen ist", heißt es in der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine parlamentarische Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler, über die das "Handelsblatt" (Freitagsausgabe) berichtet.

Im August war herausgekommen, dass Bafin-Beschäftigte häufiger mit Wirecard-Aktien als mit anderen Aktien gehandelt hatten. Die Antwort des Bundesfinanzministeriums liefert nun Details über das Ausmaß: Die Bafin-Mitarbeiter schlossen in der ersten Jahreshälfte 2020 mehr Wirecard-Geschäfte ab als im gesamten Vorjahr. So zeigten im ersten Halbjahr dieses Jahres 56 Mitarbeiter insgesamt 196 private Geschäfte mit Wirecard-Bezug an – nach nur 137 Geschäften von 41 Mitarbeitern im gesamten Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg bei den privaten Wirecard-Transaktionen von rund 40 Prozent.

Zu weiteren Details wollte sich die Bafin auf Anfrage des "Handelsblatts" nicht äußern. "Die Sonderauswertung zeigt, dass die Bafin-Führung inzwischen die Dimension des Vorgangs erkannt hat und vorsichtig geworden ist, einen Verstoß einzelner Mitarbeiter auszuschließen", sagte Schäffler. Die privaten Geschäfte der Bafin stehen unter anderem auch deshalb in der Kritik, weil die Behörde in den vergangenen Jahren mit Blick auf Wirecard zum Teil wichtige, potenziell kursrelevante Entscheidungen getroffen hatte. So verbot sie unter anderem im Februar 2019 für zwei Monate Leerverkäufe in Wirecard-Aktien und damit Wetten, die auf fallende Kurse setzen.

Anfang Juni erstattete die Bafin Strafanzeige gegen Wirecard wegen des Verdachts auf Marktmanipulation. Und wenige Tage vor der Insolvenz der Wirecard-Konzerns stoppte die Bafin den freien Zugriff des Konzerns auf seine Konten bei der Wirecard Bank und damit auf wesentliche liquide Mittel, um so die Bank zu schützen.

Weitere Meldungen

Handelsverband verlangt dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer

Berlin - Der Handelsverband Deutschland (HDE) fordert angesichts der sich täglich verschärfenden Corona-Lage dauerhaft niedrigere Mehrwertsteuersätze. "Die Rückkehr zu den alten

Mehr
Ifo-Chef: Verlustrücktrag stärker als Rettungsinstrument nutzen

München - Der Staat sollte nach den Worten von Ifo-Präsident Clemens Fuest als Rettungsinstrument für Unternehmen stärker den steuerlichen Verlustrücktrag nutzen. Dies sei eine

Mehr
Dehoga für Ausweitung und Verlängerung der Mehrwertsteuersenkung

Berlin - Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) fordert eine Ausweitung und Verlängerung der beschlossenen Mehrwertsteuersenkung. "Die Not in unseren Betrieben wird

Mehr

Top Meldungen

Coronakrise sorgt für weniger neue Ausbildungsverträge

Berlin - Die Coronakrise trifft Schulabgänger auf der Suche nach einer Lehrstelle erheblich. Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge, die bis Ende September bei den Industrie- und

Mehr
IAEA-Chef: "Kernenergie ist Teil der Lösung"

Wien - Der Generaldirektor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, ist der Ansicht, dass Kernenergie ein "Teil der Lösung" der durch den Klimawandel

Mehr
Flughafen-Beschäftigte von Tarifabschluss ausgenommen

Berlin - Die Beschäftigten an den Flughäfen sollen von der am Sonntag vereinbarten Tariferhöhung im öffentlichen Dienst ausgenommen sein. Das teilten Gewerkschaften und

Mehr