Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Bahn-Chefin Evelyn Palla will die Leistungskultur im Konzern grundlegend verändern. "Leistung muss sich lohnen. Es darf nicht egal sein, ob jemand gute Leistung bringt oder nicht", sagte Palla dem "Handelsblatt". Wer dauerhaft keine Leistung erbringe, müsse damit rechnen, seinen Posten zu verlieren. "Das hat die Bahn zu lange zu wenig gemacht", räumte sie ein.
Künftig soll sich der Leistungsbegriff konsequent am Kundennutzen orientieren. Als konkreten Hebel nannte Palla sogenannte pünktlichkeitsrelevante Störfälle: Jeder Unternehmensbereich - Infrastruktur, Fern-, Regional- und Güterverkehr - bekomme eine maximale Anzahl solcher Störfälle zugewiesen. Wer diese Grenze nicht überschreite, erhalte einen monetären Anreiz. "Die Pünktlichkeit ist ein netzweiter Durchschnitt und in der persönlichen Zielvereinbarung zu abstrakt für die konkrete tägliche Arbeit", sagte Palla.
Den Konzernumbau verknüpfte Palla ausdrücklich mit dem Kulturwandel. Bereits zu Jahresbeginn hatte die Bahn eine gesamte Führungsebene in der Konzernleitung gestrichen. Der nächste große Umbauschnitt steht laut Palla in der zweiten Jahreshälfte an. Die Bahn werde mindestens 500 Millionen Euro pro Jahr einsparen, sagte sie. Es sei ein Mix aus Sach- und Personalkosten und ein wichtiger Beitrag zur Wirtschaftlichkeit der Bahn. Dazu addierten sich dann noch die Sanierungseffekte in den Geschäftsfeldern - insbesondere im Fern- und Güterverkehr.
Wirtschaft
Bahn-Chefin fordert Kulturwandel und mehr Leistung
- dts - 9. Juni 2026, 07:23 Uhr
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