Wirtschaft

Nagel fordert längere Lebensarbeitszeit

  • dts - 7. Mai 2026, 06:16 Uhr
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Joachim Nagel (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesbankpräsident Joachim Nagel dringt angesichts der schwierigen Wirtschaftslage auf eine längere Lebensarbeitszeit.

"Ich plädiere schon seit Längerem dafür, das gesetzliche Rentenalter daran anzupassen, wie sich die Lebenserwartung entwickelt", sagte Nagel dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". Zur Begründung erklärte er, das Land brauche eine Antwort auf die demografische Entwicklung. Dafür müssten auch die unangenehmen Themen angepackt werden, beispielsweise eine längere Lebensarbeitszeit.

Nagel sagte, er rechne ungeachtet der schwierigen Situation samt neuer Zolldrohungen aus den USA derzeit zwar nicht mit einer Stagnation der deutschen Wirtschaft. Gleichzeitig brauche es jedoch deutlich mehr Anstrengung, um das Wachstum voranzutreiben. "Wir müssen auf die Fakten schauen. Und da stellen wir beim Thema Produktivität fest, dass Deutschland bereits seit Längerem international zurückfällt", erklärte er. Das Produktivitätswachstum habe sich mehr als halbiert. "Wir verlieren Industriearbeitsplätze, wir verlieren im internationalen Wettbewerb Marktanteile, unsere Sozialversicherungssysteme stehen unter erheblichem Druck."

Nagel bekräftigte in diesem Zusammenhang seine Forderung nach einem Umbau der Schuldenbremse. "Ja, ich bin der Auffassung, dass wir hier Reformbedarf haben", sagte der Bundesbankpräsident dem RND. In ihrer derzeitigen Form sichere die Schuldenbremse solide Staatsfinanzen und die EU-Fiskalregeln nicht mehr ab. Mit einer stabilitätsorientierten Schuldenbremsen-Reform führe man die Neuverschuldung längerfristig wieder auf den vorgesehenen Rahmen zurück. Dazu gehöre unter anderem, dass die Verteidigungsausgaben schrittweise wieder ohne neue Schulden finanziert würden. Eine Reform würde auch dazu beitragen, dass Deutschland sein AAA-Rating behalten könne. Diese Bestnote sei "kein Selbstläufer".

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