Politik

Facebook entfernt migrantenfeindliche Trump-Wahlwerbung

  • AFP - 1. Oktober 2020, 18:42 Uhr
Bild vergrößern: Facebook entfernt migrantenfeindliche Trump-Wahlwerbung
Facebook steht vor der Wahl unter Druck
Bild: AFP

Das Online-Netzwerk Facebook hat Wahlwerbung von US-Präsident Trump mit kritischen Äußerungen gegen Flüchtlinge entfernt. Der Konzern gab zudem verschärfte Regeln zu bezahlten Inhalten zur Präsidentschaftswahl bekannt.

Das Online-Netzwerk Facebook hat Wahlwerbung von US-Präsident Donald Trump mit kritischen Äußerungen gegen Flüchtlinge entfernt. Facebook erklärte am Donnerstag zur Begründung, die Plattform erlaube nicht, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Einwanderungsstatus als Bedrohung für "Sicherheit, Gesundheit und Leben" anderer dargestellt würden.

In den Wahlwerbespots hieß es, Trumps Herausforderer Joe Biden von den oppositionellen Demokraten sei "gefährlich für Amerika", weil er als Präsident viel mehr Flüchtlinge aus Syrien und Somalia ins Land lassen würde. Die Länder werden als "Terror-Krisenherde" bezeichnet, außerdem wird auf die derzeitige Corona-Pandemie verwiesen. Damit wird angedeutet, Flüchtlinge könnten ein Gesundheits- und Sicherheitsrisiko für die USA darstellen.

Facebook hatte bereits im Juni Anzeigen des Trump-Wahlkampfteams gesperrt, die ein in NS-Konzentrationslagern für politische Häftlinge verwendetes Symbol enthielten. Mit einem umgekehrten roten Dreieck hatte das Trump-Team vor "linksradikalen Gruppen" gewarnt.

Vor den US-Präsidentschaftswahlen am 3. November stehen Online-Plattformen unter großem Druck, gegen Hassbotschaften und Desinformation im Netz vorzugehen. Facebook kündigte nun schärfere Regeln für bezahlte Inhalte über Ablauf und Ausgang der Wahl an. Nicht nur würden Anzeigen verboten, die vorzeitig einen Sieger der Präsidentschaftswahl ausrufen, sondern auch Anzeigen, mit denen der Ausgang der Wahl in Zweifel gezogen werden solle.

Dies könne vorliegen, wenn eine Wahlmethode als besonders betrugsanfällig bezeichnet werde, oder wenn "isolierte Fälle von Wahlbetrug" genutzt würden, um das Ergebnis insgesamt in Zweifel zu ziehen, erklärte Facebook-Manager Rob Leathern.

Trump schürt seit Monaten Zweifel am Wahlprozess und behauptet ohne Belege, bei den Briefwahlen werde massiv betrogen. Beobachter befürchten, der in Umfragen zurückliegende Präsident könnte eine mögliche Wahlniederlage nicht anerkennen.

Weitere Meldungen

Weiter keine Einigung zur Streichung von EU-Geldern bei Rechtsstaatsverstößen

Die Verhandlungen mit dem Europaparlament über die Streichung von EU-Geldern bei Verstößen gegen rechtsstaatliche Prinzipien haben weiter keinen Durchbruch gebracht. "Alles ist

Mehr
Charité-Infektiologe: Corona-Beschlüsse waren "richtig und fällig"

Führende Infektiologen haben die am Mittwoch von Bund und Ländern vereinbarte Verschärfung der Corona-Auflagen begrüßt. "Die gestrigen Beschlüsse waren richtig und fällig, ich

Mehr
Trump zeigt sich bei Wahlkampfauftritten siegesgewiss

Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl hat Amtsinhaber Donald Trump eine Reihe von Wahlkampfauftritten absolviert und sich siegesgewiss gezeigt - obwohl Umfragen ihn klar hinter

Mehr

Top Meldungen

Bundesfinanzhof bestätigt ermäßigten Steuersatz für Techno-Partys

München - Wenn Techno-Partys irgendwann wieder legal stattfinden, können sich die Veranstalter berechtigte Hoffnung darauf machen, nur den ermäßigten Umsatzsteuersatz abführen zu

Mehr
Wasserstoffhype treibt Platinbedarf in die Höhe

Berlin - Die weltweite Nachfrage nach Platin für Wasserstofftechnologien wird sich in den nächsten zehn Jahren wohl versiebenfachen. Das berichtet der "Spiegel" unter Berufung

Mehr
Preise sinken im Oktober um 0,2 Prozent

Wiesbaden - Die Inflationsrate in Deutschland wird im Oktober 2020 voraussichtlich -0,2 Prozent betragen. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag in

Mehr