Politik

Biden bezeichnet Trumps Auftreten bei TV-Duell als "nationale Peinlichkeit"

  • AFP - 30. September 2020, 20:04 Uhr
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Trump (l.) und Biden bei TV-Duell
Bild: AFP

US-Präsidentschaftskandidat Biden hat das Auftreten von Amtsinhaber Trump beim ersten TV-Duell als 'nationale Peinlichkeit' bezeichnet. Die für die Organisation der Präsidentschaftsdebatten zuständige Kommission kündigte Regeländerungen für das nächste Aufeinandertreffen der Kontrahenten an.

US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden ist nach dem ersten TV-Duell mit Amtsinhaber Donald Trump hart mit seinem Kontrahenten ins Gericht gegangen. Das Auftreten des Republikaners, der ihn bei der Fernsehdebatte ständig unterbrochen hatte, sei eine "nationale Peinlichkeit", sagte Biden am Mittwoch bei einem Besuch in Alliance im Bundesstaat Ohio. 

Die für die Organisation der Präsidentschaftsdebatten zuständige Kommission kündigte Regeländerungen für das nächste Aufeinandertreffen der Kontrahenten an. "Die Debatte von gestern Abend hat deutlich gemacht, dass zu dem Format der verbleibenden Debatten zusätzliche Struktur eingeführt werden sollte, um eine geordnetere Diskussion über die Themen sicherzustellen", erklärte die Kommission am Mittwoch. 

Geplant seien "zusätzliche Instrumente, um die Ordnung aufrecht zu erhalten", hieß es weiter. Die Regeländerungen würden "sorgfältig" geprüft und in Kürze bekanntgegeben.

Die erste TV-Präsidentschaftsdebatte zwischen dem Republikaner Trump und seinem Herausforderer von den oppositionellen Demokraten war extrem chaotisch verlaufen. Der Präsident unterbrach Biden am Dienstagabend ständig und versuchte, ihn zu übertönen. Der frühere Vizepräsident reagierte mit scharfen Gegenattacken und rief dem Amtsinhaber einmal zu, er solle "den Mund halten". Moderator Chris Wallace vom konservativen Nachrichtensender Fox News gelang es nicht, dem Präsidenten Einhalt zu gebieten.

Beobachter reagierten mit scharfer Kritik auf das Schauspiel. "Das war die chaotischste und am meisten von Angriffen geprägte Präsidentschaftsdebatte unserer Geschichte", urteilte der Politikwissenschaftler Mitchell McKinney von der Universität von Missouri, ein Experte für Präsidentschaftsdebatten. Die Zeitung "Washington Post" schrieb, es habe sich um die "schlimmste Präsidentschaftsdebatte seit Menschengedenken" gehandelt. Der Nachrichtensender CNN sprach von einem "Debakel".

Trump und Biden werden vor der Wahl noch in zwei weiteren TV-Debatten am 15. Oktober und 22. Oktober aufeinandertreffen. Das Fernsehduell der Vizepräsidentschaftskandidaten Mike Pence und Kamala Harris findet am kommenden Mittwoch statt.

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