Wirtschaft

Coronakrise macht ProSiebenSat.1 weiter zu schaffen

  • dts - 30. September 2020, 14:48 Uhr
Bild vergrößern: Coronakrise macht ProSiebenSat.1 weiter zu schaffen
ProSiebenSat.1 Media AG
dts

.

Unterföhring - Die Folgen der Corona-Pandemie machen dem Medienkonzern ProSiebenSat.1 weiterhin zu schaffen. Allerdings sei die Lage bei der TV-Reklame nicht mehr so dramatisch wie im Frühjahr, sagte Vorstandschef Rainer Beaujean dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe).

"Ich rechne im September mit einem Minus bei den Werbeerlösen von weniger als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit stehen wir gegenüber dem Wettbewerb gut da. Der Oktober wird ähnlich starten." Wie sich das Geschäft im Rest des Jahres entwickle, lasse sich aber noch nicht vorhersagen.

Erst Anfang November werde er eine Prognose abgeben können. Trotz des Umsatzrückgangs lehnt Beaujean weitere Kostensenkungsmaßnahmen ab: "Wir haben uns dagegen entschieden, radikal im Programm zu kürzen. Momentan kommen keine neuen Filme und Serien von Disney oder Netflix. Das ist ein guter Moment, unsere Plattformen mit Inhalten neu zu positionieren."

Es werde auch keinen Personalabbau geben, so der Manager. Eine Einschränkung machte der Chef des im MDAX notierten Konzerns allerdings: "Falls es noch mal zu einem Mega-Lockdown wie im Frühjahr kommen sollte, müssten wir die Situation natürlich noch einmal neu bewerten." Beaujean legt andere Schwerpunkte als sein Vorgänger Max Conze, der im März nach nicht einmal zwei Jahren gehen musste. Umsatzwachstum sei zwar weiter wichtig, stehe aber nicht mehr an erster Stelle. Beaujean: "Wir werden schließlich von Investoren nach Cash-Flow, Dividendenfähigkeit und Verschuldung beurteilt." Um die Kennziffern zu verbessern, werde sich der Medienkonzern von einzelnen Beteiligungen trennen, die das Unternehmen mit seinen Kompetenzen nicht weiter entwickeln könne. "Wir fokussieren uns auf die Beteiligungen, die klare Synergien mit unserem Kerngeschäft haben", sagte der Manager. Ein Verkauf der E-Commerce-Sparte NuCom als Ganzes stünde aber nicht auf der Agenda.

Weitere Meldungen

EU-Verbrauchervertrauen im September gestiegen

Brüssel - Das sogenannte "Verbrauchervertrauen" in der Europäischen Union ist im Monat September gestiegen. Der von der EU ermittelte Indikator CCI stieg in der Euro-Zone um 0,8

Mehr
Automobilverband verlangt Klarheit bei E-Auto-Förderung

Berlin - Das Durcheinander rund um die Kaufprämie für Elektroautos ruft den Verband der Automobilindustrie auf den Plan. "Komplizierte Verfahren bremsen den Hochlauf der

Mehr
Wöchentliche Arbeitslosenmeldungen in den USA deutlich gesunken

Die Zahl der wöchentlichen neuen Arbeitslosenmeldungen in den USA ist deutlicher gesunken als erwartet. In der vergangenen Woche meldeten sich 787.000 Menschen neu arbeitslos, wie

Mehr

Top Meldungen

IW: Bei zweitem Lockdown droht Wirtschaftseinbruch von acht Prozent

Köln - Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schätzt, dass ein neuer Lockdown zu einem Wirtschaftseinbruch von bis zu acht Prozent führen würde. "Käme es im vierten Quartal

Mehr
Kleine und mittlere Unternehmen rechnen mit Umsatzrückgängen um zwölf Prozent

Die Corona-Pandemie trifft die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland einer Umfrage zufolge hart: Mehr als jedes zweite KMU - rund zwei Millionen Unternehmen -

Mehr
GDL-Chef Weselsky will Bahn vor Schlichtungsbeginn weiter nicht entgegenkommen

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat vor Beginn der Schlichtung mit der Deutschen Bahn (DB) Zugeständnisse der Mitglieder in der Corona-Krise ausgeschlossen

Mehr