Politik

Gewerkschaften drohen bei Tarifverhandlungen für Bund und Kommunen mit Streiks

  • AFP - 20. September 2020, 11:22 Uhr
Bild vergrößern: Gewerkschaften drohen bei Tarifverhandlungen für Bund und Kommunen mit Streiks
Ärzte und Pflegekräfte in Bochum
Bild: AFP

Begleitet von Streikandrohungen der Gewerkschaften sind die Tarifverhandlungen für die 2,3 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen am Sonntag fortgesetzt worden.

Begleitet von Streikandrohungen der Gewerkschaften sind die Tarifverhandlungen für die 2,3 Millionen Angestellten des Bundes und der Kommunen am Sonntag fortgesetzt worden. Es gebe noch immer kein Arbeitgeberangebot, sagte Verdi-Bundeschef Frank Werneke am Rande des zweiten Verhandlungstages in Potsdam. Sollte das Angebot ausbleiben, "dann läuft diese Tarifrunde auf eine Eskalation zu, die wir nicht wollten, die dann aber die Arbeitgeber zu verantworten haben".

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi und der Deutsche Beamtenbund fordern 4,8 Prozent höhere Löhne, monatlich jedoch mindestens 150 Euro mehr Geld. Zudem verlangen die Gewerkschaften eine Kürzung der längeren ostdeutschen Wochenarbeitszeit um eine Stunde und damit eine bundesweite Angleichung.

Die zweite Tarifrunde war am Samstag ergebnislos unterbrochen worden. Die kommunalen Arbeitgeber wollten zu einer mehrstündigen Mitgliederversammlung zusammenkommen, um ihr Vorgehen in den Tarifgesprächen abzustimmen. Ergebnisse der Arbeitgeberberatungen wurden bislang nicht bekannt.

Verdi-Chef Werneke betonte, nur wenn die Arbeitgeber im Laufe des Tages ein Angebot vorlegten, das die Perspektive für einen Abschluss gebe, könne auf Streiks verzichtet werden. "Wenn es heute kein Angebot gibt, das erkennen lässt, dass es auf der Grundlage auch einen Abschluss gibt, dann werden wir die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in der Zeit bis zum dritten Verhandlungstermin zu Streikmaßnahmen aufrufen", kündigte Werneke an.

Von den Arbeitskampfmaßnahmen würden nicht nur bestimmte Bereiche betroffen sein, "sondern uns geht es darum, dass alle Beschäftigten des öffentlichen Dienstes die Forderungen auch tatsächlich unterstützen", sagte der Verdi-Chef. Im Moment glaube ein Teil der Arbeitgeber, es gebe diese Unterstützung nicht - "dann werden wir das Gegenteil beweisen müssen".

Die zweite Tarifrunde soll am Sonntag beendet werden. Arbeitskämpfe wären dann danach etwa bei Kitas oder der Müllabfuhr bis zur dritten Tarifrunde möglich, die am 22. und 23. Oktober stattfinden soll. 

Weitere Meldungen

Trump wird Stimme für Präsidentschaftswahl am Samstag in Florida abgeben

US-Präsident Donald Trump wird am Samstag im Bundesstaat Florida seine Stimme für die Präsidentschaftswahl abgeben. "Präsident Trump plant, am Samstag in West Palm Beach, Florida,

Mehr
Trump veröffentlicht abgebrochenes TV-Interview vor Sendetermin

US-Präsident Donald Trump hat vor dem eigentlichen Sendetermin ein Fernsehinterview veröffentlicht, das er aus Verärgerung über die Fragen abgebrochen hatte. Trump stellte eine

Mehr
Führungsspitze von Neonazi-Partei "Goldene Morgenröte" muss in Haft

Ein Gericht in Athen hat die Inhaftierung des verurteilten Vorsitzenden und dutzender weiterer Mitglieder der griechischen Neonazi-Partei "Goldene Morgenröte" angeordnet.

Mehr

Top Meldungen

EU-Verbrauchervertrauen im September gestiegen

Brüssel - Das sogenannte "Verbrauchervertrauen" in der Europäischen Union ist im Monat September gestiegen. Der von der EU ermittelte Indikator CCI stieg in der Euro-Zone um 0,8

Mehr
Automobilverband verlangt Klarheit bei E-Auto-Förderung

Berlin - Das Durcheinander rund um die Kaufprämie für Elektroautos ruft den Verband der Automobilindustrie auf den Plan. "Komplizierte Verfahren bremsen den Hochlauf der

Mehr
Wöchentliche Arbeitslosenmeldungen in den USA deutlich gesunken

Die Zahl der wöchentlichen neuen Arbeitslosenmeldungen in den USA ist deutlicher gesunken als erwartet. In der vergangenen Woche meldeten sich 787.000 Menschen neu arbeitslos, wie

Mehr