Wirtschaft

Alstom zahlt weniger für deutsche Bombardier-Sparte als erwartet

  • AFP - 16. September 2020, 17:26 Uhr
Bild vergrößern: Alstom zahlt weniger für deutsche Bombardier-Sparte als erwartet
Logos von Alstom und Bombardier
Bild: AFP

Der französische Alstom-Konzern will bei der geplanten Übernahme der in Deutschland ansässigen Bahnsparte des kanadischen Zugherstellers Bombardier die zuletzt rückläufigen Finanzzahlen des Unternehmens berücksichtigen. Die Quartalszahlen von Bombardier Transportation hätten 'unerwartete und negative Entwicklungen' gezeigt, erklärte Alstom am Montag. Dies solle bei den anstehenden Gesprächen zur Übernahme berücksichtigt werden. Gleichwohl sei Alstom von den 'starken strategischen Gründen' für eine Übernahmen und der mittelfristigen Profitabilität des Geschäfts überzeugt. 


Der französische Alstom-Konzern zahlt weniger für die in Deutschland ansässige Bahnsparte des kanadischen Herstellers Bombardier als zunächst vereinbart. In dem am Mittwoch unterzeichneten Kaufvertrag ist nach Angaben von Alstom ein Preis von "bis zu 5,3 Milliarden Euro" festgehalten. Ursprünglich war von 5,8 bis 6,2 Milliarden Euro die Rede.

Mit der Übernahme entsteht der zweitgrößte Bahnhersteller der Welt. Der endgültige Abschluss des Geschäfts wird Alstom zufolge nun "im ersten Quartal 2021" erwartet. Die EU-Kommission hatte die Übernahme Ende Juli unter Auflagen genehmigt, nachdem sie einen Zusammenschluss der Bahnsparten von Alstom und Siemens vor anderthalb Jahren verhindert hatte.

Vor gut einem Monat hatte Alstom auf "unerwartete und negative Entwicklungen" bei der deutschen Sparte Bombardier Transportation verwiesen. Zuvor war deren Umsatz um ein Drittel im Vergleich zum Vorjahresquartal eingebrochen. Als Grund nannte Bombardier zusätzliche Kosten für Projekte in Großbritannien und Deutschland. 

Die Bahnsparte von Bombardier ist wichtigster Zulieferer der Deutschen Bahn. Neben dem Hauptsitz Berlin hat sie Werke an sieben deutschen Standorten: Bautzen, Görlitz, Braunschweig, Kassel, Mannheim, Hennigsdorf und Siegen. Alstom stellt unter anderem die französischen TGV-Hochgeschwindigkeitszüge her.

Weitere Meldungen

Erster Schweinepest-Fall außerhalb von bisher betroffenem Gebiet bestätigt

Die Afrikanische Schweinepest ist erstmals seit dem Auftreten der Tierseuche in Deutschland auch abseits des bisher betroffenen Gebietes in Brandenburg nachgewiesen worden. Wie

Mehr
Jeder Zweite zahlte im August mindestens einmal kontaktlos per Karte

Bargeldlose Bezahlverfahren gewinnen laut einer Bitkom-Umfrage an Bedeutung: "In der Corona-Pandemie finden die Bundesbürger Gefallen am digitalen Bezahlen", teilte der

Mehr
Disney streicht 28.000 Jobs

Nach Milliardenverlusten in der Corona-Krise streicht der US-Unterhaltungsriese Disney tausende Arbeitsplätze. Insgesamt sollen 28.000 Jobs in den USA wegfallen, wie Disney am

Mehr

Top Meldungen

IW-Studie: Soli-Abbau führt zu 86 Milliarden Euro Wirtschaftsplus

Berlin - Die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlags würde laut einer Studie bis 2030 zu einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 86 Milliarden Euro führen

Mehr
Schließung der Continental-Standorte Aachen und Karben beschlossen

Der Aufsichtsrat von Continental hat die weitreichenden Umbaumaßnahmen bei dem Autozulieferer abgesegnet - und damit auch der Schließung der Werke des Konzerns in Aachen und

Mehr
Coronakrise macht ProSiebenSat.1 weiter zu schaffen

Unterföhring - Die Folgen der Corona-Pandemie machen dem Medienkonzern ProSiebenSat.1 weiterhin zu schaffen. Allerdings sei die Lage bei der TV-Reklame nicht mehr so dramatisch

Mehr