Politik

EU-Kommission reagiert auf Wissing-Brief zu Dieselautos

  • dts - 1. August 2024, 20:43 Uhr
Bild vergrößern: EU-Kommission reagiert auf Wissing-Brief zu Dieselautos
Feierabendverkehr (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die Europäische Kommission hat sich zu Befürchtungen des deutschen Verkehrsministers, dass neue Vorgaben für die Abgasuntersuchung zur Stilllegung von Millionen Dieselautos führen könnten, nur vage geäußert. Man verfolge das laufende Verfahren beim Europäischen Gerichtshof, teilte eine Sprecherin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben) mit. Die Kommission werde sich immer für Lösungen einsetzen, "die zu einer gesunden sauberen Luft beitragen und zugleich umsetzbar sind" und das Vertrauen der europäischen Bürger und Unternehmen schützen, so die Sprecherin weiter.

Wissing hatte sich zuvor mit einem Schreiben an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) gewandt. Hintergrund dafür sind neue Verfahren zur Abgasuntersuchung, zu denen ein Verfahren vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) läuft. Wissing forderte von der Kommission eine Klarstellung zum System der Schadstoff-Prüfungen bei der Zulassung von Autos. Andernfalls könnten über acht Millionen ältere Diesel-Pkw allein in Deutschland von einer Stilllegung bedroht sein, so der FDP-Politiker.

Die Union im Deutschen Bundestag forderte in einer ersten Reaktion Bestandsschutz für möglicherweise von neuen, härteren Abgasvorgaben betroffene Fahrzeuge. Immer härtere Messeauflagen würden keinen Sinn ergeben, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Thomas Bareiß (CDU), den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). "Man hat den Eindruck, da wurde mancher Beamte in Brüssel und Berlin weniger von Pragmatismus und Sinnhaftigkeit getrieben, sondern vielmehr vom ideologischen Kampf gegen das Auto. Besonders grotesk ist in der Tat die Idee, die neuen Messkriterien auf ältere Fahrzeuge auszudehnen", sagte er.

Gleichzeitig übte Bareiß Kritik an Verkehrsminister Wissing (FDP). "Wenn jetzt Herr Wissing markige Briefe nach Brüssel schreibt, frage ich mich, wo er denn in den EU-Ministerräten war, in denen diese Themen besprochen wurden", sagte der CDU-Abgeordnete. Oft sei sich die Ampel selbst nicht einig und somit in Brüssel nicht handlungsfähig gewesen. "Ein Versagen mit Ansage - und mittendrin Wissing", befand Bareiß.

Weitere Meldungen

Strack-Zimmermann: Spahn wegen Leihmutterschaft nicht mehr tragbar

Straßburg (dts Nachrichtenagentur) - Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat Unionsfraktionschef Jens Spahn wegen seiner Vaterschaft mithilfe einer Leihmutter

Mehr
Spanien und Gibraltar beenden Grenzkontrollen

Gibraltar (dts Nachrichtenagentur) - Die Grenzkontrollen zwischen Spanien und der britischen Exklave Gibraltar sind am Mittwoch kurz nach Mitternacht beendet worden. Bei der

Mehr
SPD-Außenpolitiker kritisieren Wadephul für Israel-Kurs

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - SPD-Außenpolitiker haben Außenminister Johann Wadephul (CDU) wegen der deutschen Blockade bei EU-Beratungen zu möglichen Maßnahmen gegen

Mehr

Top Meldungen

Kritik von Verbänden und Opposition trotz Entschärfung der Energiegesetze

Trotz Anpassungen bei den Energiegesetzen aus dem Bundeswirtschaftsministerium sehen Branchenverbände und die Opposition die Energiewende in Gefahr. Der Bundesverband

Mehr
Ostbeauftragte rechnet fest mit Reform der Erbschaftssteuer

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), hat zugesichert, dass es eine Reform der Erbschaftssteuer geben wird. "Dafür

Mehr
Südkorea will Won zu "frei konvertierbarer Währung" machen

Seoul (dts Nachrichtenagentur) - Die südkoreanische Regierung will den Zugang zum Won deutlich erleichtern. Ziel sei es, die Landeswährung langfristig zu einer "frei

Mehr