Politik

Linke mahnt im türkisch-griechischen Streit zu Diplomatie

  • dts - 13. August 2020, 13:30 Uhr
Bild vergrößern: Linke mahnt im türkisch-griechischen Streit zu Diplomatie
Özlem Alev Demirel
dts

.

Brüssel - Die Linken-Europaabgeordnete Özlem Demirel hat eine diplomatische Lösung im türkisch-griechischen Streit um Seegebiete und Bodenschätze im östlichen Mittelmeer angemahnt. "Der Konflikt ist vielschichtig, es geht um Gasvorkommnisse, es geht um Ölvorkommnisse", sagte die Linken-Abgeordnete am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Griechenland habe versucht, mit einem Abkommen mit Ägypten zusammen neue Fakten zu schaffen - worüber sich die Türkei echauffierte. Auf der anderen Seite habe der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan mit Libyen versucht, ebenfalls neue Fakten zu schaffen. "Auch viele andere Länder sind hier beteiligt, weil in dieser Region im östlichen Mittelmeer einfach große Gasvorkommnisse vermutet werden", so Demirel. Fakt sei, dass sowohl die türkische als auch die griechische Situation sich zugespitzt und auch die Positionen sich verhärtet hätten.

Die Ankündigung des französischen Präsidenten Emmanuel Macron, aufgrund des Konflikts die Militärpräsenz im östlichen Mittelmeer verstärken zu wollen, sei nicht zielführend. Die Akteure, die hier die Problemlagen vor allen Dingen betreffen, sollten an einen Tisch kommen und miteinander diskutieren, so die EU-Abgeordnete weiter. "Am besten wäre es, wenn es im Rahmen der UN eine Lösung gäbe, nicht nur für die Gasvorkommnisse im östlichen Mittelmeer, sondern auch in der Zypern-Frage, denn das schwebt ja auch in diesem Konflikt im Hintergrund mit", so Demirel. Die EU sollte einen zentralen Schritt machen - es könne nicht angehen, dass sie EU sich über die Regierung Erdogans echauffiere und dann weiter Waffen geliefert würden.

"Hier ist Deutschland in der Verantwortung, denn alle Hoffnung – in Anführungsstrichen – ist ja im Moment auf Frau Merkel gesetzt, die sowohl in Libyen als auch im Gaskonflikt vermitteln soll, aber wie glaubwürdig ist sie, wenn sie zum Beispiel weiterhin maritimes Gerät an die Türkei verkauft", so die Linken-Politikerin.

Weitere Meldungen

EU-Rechtsstaatsreport: Medienfreiheit in Gefahr

Brüssel - Unabhängige Medien geraten in der EU zunehmend unter Druck. Zu diesem Ergebnis kommen die sogenannten Rechtsstaatsberichte, die die EU Anfang Oktober für jedes

Mehr
In vielen EU-Staaten lascherer Umgang mit Corona-Pandemie

Brüssel - Die Bürger in mehreren EU-Staaten werden immer lascher im Umgang mit der Corona-Pandemie, und selbst das Interesse an einer Immunisierung sinkt. Das zeigen Umfragedaten

Mehr
Ausweisverkauf: EU will Verfahren gegen Malta, Zypern und Bulgarien

Brüssel - Die EU-Kommission will Anfang Oktober mehrere Vertragsverletzungsverfahren gegen EU-Mitgliedstaaten eröffnen, die finanzstarken Investoren aus Drittstaaten ihre

Mehr

Top Meldungen

Umweltbundesamt: Einsatz von Heizpilzen in Gastronomie vertretbar

Berlin - Wegen der Corona-Pandemie erhebt der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, keine Einwände gegen einen vorübergehenden Betrieb elektrischer Heizstrahler in der

Mehr
Deutsche Firma hilft bei Tesla-Bau in Brandenburg mit

Bremen - Der US-amerikanische E-Auto-Pionier Elon Musk setzt beim Bau seiner Tesla-Gigafactory im brandenburgischen Grünheide auf deutsches Know-how. Das berichtet der Focus.

Mehr
Öffentliche Arbeitgeber wollen Tarifverhandlungsergebnis im Oktober

Berlin - Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) drängt auf ein Ende der Tarifverhandlungen im Oktober. "Am 23. Oktober wollen wir auf jeden Fall ein Ergebnis",

Mehr