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Hongkonger Medienunternehmer Jimmy Lai ruft Mitarbeiter zum "Weiterkämpfen" auf

  • AFP - 12. August 2020, 09:26 Uhr
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Jimmy Lai
Bild: AFP

Der Hongkonger Medienunternehmer Jimmy Lai hat nach seiner Freilassung die Belegschaft seiner Peking-kritischen Zeitung 'Apple Daily' zum 'Weiterkämpfen' aufgerufen. Unter Applaus wurde Lai am Mittwoch in der Redaktion der Zeitung empfangen.

Der Hongkonger Medienunternehmer Jimmy Lai hat nach seiner Freilassung die Belegschaft seiner Peking-kritischen Zeitung "Apple Daily" zum "Weiterkämpfen" aufgerufen. Unter Applaus wurde Lai am Mittwoch in der Redaktion der Zeitung empfangen, wie Aufnahmen von Journalisten auf Facebook zeigten. Lai war am Montag unter dem Vorwurf geheimer Absprachen mit "ausländischen Mächten" von der Polizei festgenommen worden. Am Dienstag kam er gegen Kaution wieder frei.

In seiner Ansprache forderte Lai die Mitarbeiter der "Apple Daily" auf, die Berichterstattung über die Ereignisse in Hongkong unverblümt fortzusetzen - auch wenn dies die Wut der chinesischen Regierung provoziere. "Kämpft weiter! Lasst uns weiterkämpfen", sagte der 71-Jährige. Das Überleben werde für Medienunternehmen in Hongkong zunehmend schwerer, davon solle sich die Redaktion aber nicht abschrecken lassen. Lai fügte hinzu: "Wir haben die Unterstützung der Hongkonger, wir dürfen sie nicht im Stich lassen." 

Anfang der Woche hatten rund 200 Polizisten die Redaktion der von Lai herausgegebenen Zeitung "Apple Daily" durchsucht. Diese ist in Hongkong sehr beliebt und vertritt eine pro-demokratische und Peking-kritische Linie. Insgesamt wurden zehn Menschen auf Grundlage des hochumstrittenen neuen chinesischen Sicherheitsgesetzes festgenommen. Darunter waren auch Lais zwei Söhne sowie die prominente Demokratie-Aktivistin Agnes Chow. Die Aktivistin kam ebenfalls am Dienstag gegen eine Kaution wieder frei. Die Festnahmen wurden international scharf kritisiert.

Seit einigen Wochen haben die Sicherheitsbehörden ihr Vorgehen gegen die Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone deutlich verschärft. Das sogenannte Sicherheitsgesetz erlaubt den Behörden ein hartes Vorgehen gegen alle Aktivitäten, die nach ihrer Auffassung die nationale Sicherheit Chinas bedrohen. Verstöße können mit lebenslanger Haft geahndet werden.

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