Brennpunkte

Zwei ranghohe Soldaten bei türkischem Drohnenangriff im Nordirak getötet

  • AFP - 12. August 2020, 03:26 Uhr
Bild vergrößern: Zwei ranghohe Soldaten bei türkischem Drohnenangriff im Nordirak getötet
Die Türkei startete Mitte Juni ihre Militäroffensive gegen die PKK im Nordirak
Bild: AFP

Bei einem türkischen Drohnenangriff in der kurdischen Autonomieregion im Nordirak sind zwei ranghohe irakische Armeeangehörige getötet worden. Die Regierung in Bagdad reagierte erzürnt und sagte einen Besuch des türkischen Verteidigungsministers ab.

Bei einem türkischen Drohnenangriff in der kurdischen Autonomieregion im Nordirak sind zwei ranghohe irakische Militärs getötet worden. Auch der Fahrer der beiden Bataillonskommandeure starb bei dem Angriff, wie die irakische Armee am Dienstag mitteilte. Die Regierung in Bagdad reagierte erzürnt. Sie sagte einen für Donnerstag geplanten Besuch des türkischen Verteidigungsministers Hulusi Akar ab und bestellte den Botschafter des Nachbarlandes ein. 

Es handelte sich um die ersten Todesfälle innerhalb der irakischen Armee seit Beginn der türkischen Militäroffensive gegen die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak vor zwei Monaten. Der Drohnenangriff sei während eines Treffens der beiden Offiziere mit PKK-Kämpfern erfolgt, sagte der Bürgermeister der Stadt Sidakan im Norden der Provinz Erbil, Ihsan Chalabi, der Nachrichtenagentur AFP. 

Laut Augenzeugenberichten hatte es zuvor Zusammenstöße zwischen der irakischen Armee und der PKK gegeben. Wie aus örtlichen Kreisen verlautete, sollte das Treffen der Beilegung der Spannungen dienen.

Die Türkei hatte Mitte Juni die Militäroffensive "Tigerklaue" gegen die PKK und ihre Verbündeten im Nordirak gestartet. Seit Beginn der Offensive wurden mindestens fünf Zivilisten getötet. Nach Angaben Ankaras wurden zudem zwei türkische Soldaten getötet. Die PKK und ihre Verbündeten gaben bislang den Tod von zehn Kämpfern bekannt.

Die irakische Regierung betrachtet die Offensive als Verletzung der staatlichen Souveränität des Landes. Als Reaktion auf den tödlichen Drohnenangriff teilte das Außenministerium in Bagdad mit, dass der türkische Verteidigungsminister am Donnerstag nicht mehr willkommen sei. Dem türkischen Botschafter solle bei seiner erneuten Einbestellung ein "Protestbrief mit starken Worten" überreicht werden, kündigte das Ministerium zudem an. Wegen der türkischen Offensive war der Botschafter zuvor bereits zwei Mal einbestellt worden.

Die PKK kämpft seit 1984 gegen den türkischen Staat. Sie wird von Ankara und westlichen Verbündeten wie der EU und Deutschland als Terrororganisation eingestuft. Die PKK nutzt das zerklüftete Gebiet im Nordirak als Rückzugsgebiet. Die türkische Armee hat in den vergangenen Jahren immer wieder PKK-Stellungen im Norden des Nachbarlandes angegriffen. Die kurdische Autonomieverwaltung betrachtet die PKK als Konkurrenz, die Vertreibung der Miliz ist ihr jedoch bisher nicht gelungen.

Weitere Meldungen

USA verhängten Sanktionen wegen Hinrichtung von iranischem Ringer

Wegen der Hinrichtung des iranischen Ringers Navid Afkari hat die US-Regierung Sanktionen gegen den Richter verhängt, der das Todesurteil gefällt hatte. Außenminister Mike Pompeo

Mehr
Karliczek beklagt wachsende Gewalt gegen Lehrer

Berlin - Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat sich besorgt über wachsende Gewalt gegen Lehrkräfte gezeigt. Schülern müsse deutlich gemacht werden, dass Angriffe jeder Art

Mehr
Zahl der Abschiebungen nach Griechenland geht zurück

Berlin - Die Zahl der aus Deutschland nach Griechenland abgeschobenen Flüchtlinge geht zurück. Von Januar bis August 2020 wurden 85 Migranten nach Griechenland zurückgeführt - im

Mehr

Top Meldungen

Siemens Energy zieht mit Konzern-Zentrale nach Berlin

München - Der Energietechnikkonzern und Börsenneuling Siemens Energy wird den formalen Firmensitz und die Zentrale in Berlin ansiedeln. Das hat der Vorstand nach monatelangen

Mehr
Gerry-Weber-Gründer gestorben

Halle (Westf.) - Der Gründer des Modeunternehmens Gerry Weber, Gerhard Weber, ist tot. Er sei im Alter von 79 Jahren in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verstorben,

Mehr
Zahl neuer Arbeitslosenmeldungen in den USA wieder leicht angestiegen

In den USA ist die Zahl der neuen Arbeitslosenmeldungen inmitten der Corona-Krise wieder leicht angestiegen. In der vergangenen Woche meldeten sich 870.000 Menschen neu

Mehr