Politik

Biden geht mit US-Senatorin Kamala Harris ins Präsidentschaftsrennen

  • AFP - 11. August 2020, 23:44 Uhr
Bild vergrößern: Biden geht mit US-Senatorin Kamala Harris ins Präsidentschaftsrennen
Kamala Harris
Bild: AFP

Die schwarze US-Senatorin Kamala Harris zieht an der Seite des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden in den Wahlkampf gegen Präsident Donald Trump - und könnte damit erste Vizepräsidentin der in US-Geschichte werden.

Die schwarze US-Senatorin Kamala Harris zieht an der Seite des demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden in den Wahlkampf gegen Präsident Donald Trump - und könnte damit die erste Vizepräsidentin in der Geschichte der USA werden. Biden gab am Dienstag seine Entscheidung für die 55-Jährige als sogenannten Running Mate bekannt. Er würdigte die frühere Generalstaatsanwältin von Kalifornien dabei als "furchtlose Kämpferin für den kleinen Mann".

"Ich bin stolz, sie jetzt als meine Partnerin in diesem Wahlkampf zu haben", schrieb Biden im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er verwies insbesondere auf Harris' Arbeit als kalifornische Generalstaatsanwältin, als sie es mit Großbanken aufgenommen, sich für Arbeiter eingesetzt und "Frauen und Kinder vor Missbrauch geschützt" habe.

Bei einem Sieg Bidens bei der Präsidentschaftswahl am 3. November würde Harris als erste Frau und als erste Schwarze in der US-Geschichte die Vizepräsidentschaft übernehmen. Biden und Harris sollen kommende Woche beim Nominierungsparteitag der Demokraten in Milwaukee im Bundesstaat Wisconsin offiziell zum Kandidaten-Duo gekürt werden.

Harris zeigte sich geehrt durch die Entscheidung des früheren Vizepräsidenten und erklärte, sie wolle "alles tun", um Biden zum Wahlsieg zu verhelfen. "Joe Biden kann die amerikanische Bevölkerung vereinen, weil er sein ganzes Leben für uns gekämpft hat. Und als Präsident wird er ein Amerika aufbauen, das unseren Idealen gerecht wird."

Die 2017 in den US-Senat eingezogene Politikerin, die sich selbst erfolglos um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten beworben hatte, ist eine der bekanntesten schwarzen Politikerinnen des Landes. Die Senatorin mit jamaikanisch-indischen Wurzeln war zwischen 2011 und 2017 als erste Frau und erste Schwarze Generalstaatsanwältin und damit Justizministerin von Kalifornien.

In dieser Zeit hatte sie viel Kontakt mit Bidens 2015 verstorbenem Sohn Beau, der jahrelang Generalstaatsanwalt des Bundesstaates Delaware war - eine persönliche Verbindung, die Präsidentschaftskandidat Biden am Dienstag hervorhob.

Während der Präsidentschaftsvorwahlen sorgte Harris im vergangenen Jahr mit harten Attacken auf Biden für Aufsehen. Sie warf ihm in TV-Debatten wohlwollende Äußerungen zu Senatoren vor, die vor Jahrzehnten die Rassentrennung befürworteten. 

Auch hielt sie ihm vor, sich in der Vergangenheit gegen ein Programm gestemmt zu haben, das schwarze Kinder mit Bussen in vornehmlich weiße Schulen fuhr - ein Programm, von dem sie als Kind selbst profitiert hatte. Nach ihrem Ausstieg aus dem Vorwahlrennen versöhnten sich beide und Harris stellte sich hinter Biden.

Biden hatte schon im März versprochen, eine Frau zur Vize-Kandidatin zu machen. Nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd Ende Mai und den dadurch ausgelösten Black-Lives-Matter-Protesten wuchs der Druck, sich für eine schwarze Kandidatin zu entscheiden. 

Harris galt dabei als Favoritin. In der engeren Auswahl waren auch die frühere Nationale Sicherheitsberaterin Susan Rice, die Abgeordnete Karen Bass, die Senatorinnen Elizabeth Warren und Tammy Duckworth sowie Michigans Gouverneurin Gretchen Whitmer.

Trumps Wahlkampfteam attackierte Harris am Dienstag scharf: Sie habe vor nicht allzu langer Zeit Biden als Rassisten bezeichnet und eine Entschuldigung verlangt, die sie nie erhalten habe. Das zeige, dass die "falsche Kamala" ihre eigene Moral hinten anstelle. Bei ihrer Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten habe sie zudem "radikale linke" Positionen vertreten.

Weitere Meldungen

Einflussreicher Kardinal im Vatikan zurückgetreten

Einer der einflussreichsten Kardinäle im Vatikan, Angelo Becciu aus Italien, ist überraschend zurückgetreten. Papst Franziskus habe den Rücktritt des 72-Jährigen akzeptiert,

Mehr
Spahn lehnt bundesweite Verschärfung der Maskenpflicht ab

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lehnt eine bundesweite Verschärfung der Maskenpflicht nach Münchner Vorbild ab. Eine Verpflichtung zum Maskentragen auf öffentlichen

Mehr
Mehrheitsführer im US-Senat verspricht "geordneten Übergang" bei Trump-Niederlage

Nach scharf kritisierten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump hat der Mehrheitsführer der Konservativen im Senat eine geregelte Machtübergabe versprochen, sollte der

Mehr

Top Meldungen

Siemens Energy zieht mit Konzern-Zentrale nach Berlin

München - Der Energietechnikkonzern und Börsenneuling Siemens Energy wird den formalen Firmensitz und die Zentrale in Berlin ansiedeln. Das hat der Vorstand nach monatelangen

Mehr
Gerry-Weber-Gründer gestorben

Halle (Westf.) - Der Gründer des Modeunternehmens Gerry Weber, Gerhard Weber, ist tot. Er sei im Alter von 79 Jahren in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verstorben,

Mehr
Zahl neuer Arbeitslosenmeldungen in den USA wieder leicht angestiegen

In den USA ist die Zahl der neuen Arbeitslosenmeldungen inmitten der Corona-Krise wieder leicht angestiegen. In der vergangenen Woche meldeten sich 870.000 Menschen neu

Mehr