Wirtschaft

Deutlich mehr Bußgeldverfahren gegen Airlines wegen Corona-Krise

  • AFP - 11. August 2020, 14:24 Uhr
Bild vergrößern: Deutlich mehr Bußgeldverfahren gegen Airlines wegen Corona-Krise
Parkende Lufthansa-Maschinen am Münchner Flughafen
Bild: AFP

Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) eröffnete im ersten Halbjahr 648 Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen Fluggesellschaften. Nach 'Handelsblatt'- Informationen liegt die Zahl damit Corona-bedingt bereits über den 630 im Jahr 2019 eingeleiteten Verfahren.

In der Corona-Krise hat die Zahl der Bußgeldverfahren gegen Fluggesellschaften deutlich zugenommen. Das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) eröffnete im ersten Halbjahr nach Beschwerden von Passagieren 648 Ordnungswidrigkeitsverfahren. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die AFP am Dienstag vorlag. Laut "Handelsblatt" liegt die Zahl bereits über den 630 im gesamten Vorjahr eingeleiteten Verfahren.

In 375 Fällen war laut Bundesregierung eine Flugstreichung der Grund für ein Verfahren. 245 Prüfungen liefen oder laufen noch wegen einer Verspätung. 174 Verfahren eröffnete das LBA, weil Airlines ihren Kunden die Kosten für Flugtickets nicht erstatteten. Bislang führt die Behörde in diesem Jahr demnach aber erst ein Bußgeldverfahren gegen eine Airline - laut Medienberichten vom Wochenende ist dies die Lufthansa. 

Die Zahl der Verbraucherbeschwerden war demnach im ersten Halbjahr 2020 deutlich höher als die Zahl der daraus resultierenden Verfahren: 1796 Beschwerden wegen vermeintlicher Verstöße gegen die EU-Fluggastrechteverordnung gingen beim LBA ein, 1470 davon sah das Amt als gültig an. "Das LBA prüft die Anzeigen und wird bei festgestellten Verstößen Bußgelder verhängen", heißt es in der Regierungsantwort weiter.

Der Grünen-Tourismusexperte Markus Tressel und die Sprecherin der Partei für Verbraucherschutz, Tabea Rößner, kritisierten das LBA wegen dieser aus ihrer Sicht inkonsequenten Verfolgung von Rechtsverstößen. "Die Einhaltung gesetzlicher Verpflichtungen muss auch in Krisenzeiten gewährleistet bleiben", erklärten sie am Dienstag.

Tressel und Rößner kritisierten insbesondere, "dass die Lufthansa trotz Milliarden-Hilfspaket von der Bundesregierung ihren Kundinnen und Kunden gegenüber immer noch offene Rechnungen hat". Auch die Kunden seien von der Corona-Krise betroffen und "brauchen sofort ihr Geld zurück". Darum müsse der Konzern stärker in die Verantwortung genommen werden.

Weitere Meldungen

Bahncard 25 wird im Oktober zu deutlich niedrigerem Preis angeboten

Die Deutsche Bahn (DB) reagiert auf den durch die Corona-Krise verursachten Rückgang der Fahrgastzahlen mit einem neuen Sonderangebot bei der Bahncard. Im Oktober wird die

Mehr
Deutsche Reisebranche sieht sich in Existenzkrise

Angesichts der wachsenden Zahl von Corona-Risikogebieten in der EU und anhaltenden Reisewarnungen für das außereuropäische Ausland sieht sich die deutsche Tourismusbranche in

Mehr
BMW zahlt in den USA Millionenstrafe wegen Vorwurfs manipulierter Verkaufszahlen

Der Autobauer BMW muss wegen des Vorwurfs manipulierter Verkaufszahlen in den USA eine Strafe von umgerechnet 15 Millionen Euro zahlen. Die US-Finanzmarktaufsicht SEC erklärte am

Mehr

Top Meldungen

Siemens Energy zieht mit Konzern-Zentrale nach Berlin

München - Der Energietechnikkonzern und Börsenneuling Siemens Energy wird den formalen Firmensitz und die Zentrale in Berlin ansiedeln. Das hat der Vorstand nach monatelangen

Mehr
Gerry-Weber-Gründer gestorben

Halle (Westf.) - Der Gründer des Modeunternehmens Gerry Weber, Gerhard Weber, ist tot. Er sei im Alter von 79 Jahren in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verstorben,

Mehr
Zahl neuer Arbeitslosenmeldungen in den USA wieder leicht angestiegen

In den USA ist die Zahl der neuen Arbeitslosenmeldungen inmitten der Corona-Krise wieder leicht angestiegen. In der vergangenen Woche meldeten sich 870.000 Menschen neu

Mehr