Wirtschaft

Luftfahrt-Bundesamt verwarnt Fluggesellschaften

  • dts - 9. August 2020
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Annullierter Flug
dts

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Berlin - Angesichts von Millionen nicht erstatteter Tickets für annullierte Flüge beginnt die Bundesregierung, Druck auf die Fluggesellschaften auszuüben. So hat das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) "zunächst gegen diverse Luftfahrtunternehmen Verwarnungen ausgesprochen", schreibt die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf die Behörde.

"Darüber hinaus sind zwischenzeitlich Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen auffällig gewordene Luftfahrtunternehmen eingeleitet worden." Die Verfahren seien allerdings noch nicht abgeschlossen. Die Behörde kann bei Verstößen gegen die EU-Fluggastrechterichtlinie Bußgelder in Höhe von bis zu 30.000 Euro pro Fall verhängen und sogar mit Entzug der Betriebserlaubnis drohen. Die Richtlinie sieht vor, dass Passagiere nach annullierten Flügen ihr Geld binnen sieben Tagen erstattet bekommen müssen. An diese Regel hält sich seit Ausbruch der Coronakrise fast keine Fluggesellschaft mehr. Entsprechend stark ist die Zahl der Fälle bei der Schlichtungsstelle für den Öffentlichen Personenverkehr (SÖP) gestiegen, die außergerichtlich Rückerstattungen von Fluggesellschaften herbeiführt. Bis Ende Juli verzeichnete sie 18.000 Fälle, dazu kommen rund 3.200 Beschwerden von Bahnkunden. Insgesamt verzeichnet die SÖP damit 52 Prozent mehr Fälle als im Vorjahreszeitraum. In 90 Prozent komme es zu einer Einigung, sagte SÖP-Chef Heinz Klewe der "Welt am Sonntag". Auch bei Gerichten häufen sich die Klagen, allein am Amtsgericht Frankfurt/Main sind 12.398 Zivilverfahren zum Reiserecht anhängig. Die Erstattungspraxis der Fluggesellschaften ist sehr unterschiedlich, wie eine Auswertung eines Reiserechtsportals auf Grundlage von 54.000 Fällen zeigt. Demnach wurden Kunden von Easyjet in 96 Prozent aller Fälle bereits entschädigt, es folgen Austrian Airlines (58 Prozent) und Singapore Airlines mit 39 Prozent. An Ende der Skala stehen Ladamotion (2 Prozent) und ihre Muttergesellschaft Ryanair (5 Prozent) sowie die Lufthansa-Töchter Eurowings (4 Prozent) und Swiss (5 Prozent).

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