Politik

Grünen kritisieren Versäumnisse der Bundesregierung bei Corona-Schutz an Schulen

  • AFP - 5. August 2020, 02:08 Uhr
Bild vergrößern: Grünen kritisieren Versäumnisse der Bundesregierung bei Corona-Schutz an Schulen
Erster Schultag nach Ferien in Mecklenburg-Vorpommern
Bild: AFP

Die Grünen haben der Bundesregierung schwere Versäumnisse bei der Bekämpfung des Coronavirus an den Schulen vorgeworfen: Es sei 'geradezu fahrlässig', dass die Bundesregierung weiterhin nicht die Erstellung 'bundesweit klarer Leitlinien' koordiniere.

Die Grünen haben der Bundesregierung schwere Versäumnisse bei der Bekämpfung des Coronavirus an den Schulen vorgeworfen. Es sei "geradezu fahrlässig", dass die Bundesregierung nach wie vor nicht die Erstellung "bundesweit klarer Leitlinien" und eines verständlichen Konzepts koordiniert habe, sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Mittwochsausgaben). 

Er appellierte an die Bundesregierung, "schnellstmöglich" einen Bildungsgipfel mit allen Bundesländern einzuberufen, um sich über Leitlinien für einen "risikoarmen Regelbetrieb" an den Schulen zu verständigen. Außerdem bräuchten die Schulen einen Notfallplan für eine Digitaloffensive. Für den Abruf der Mittel aus dem Digitalpakt seien unbürokratische Pauschalgenehmigungen notwendig, damit jede Schule ein verlässliches W-LAN einrichten, Lernmanagement-Systeme einführen und ausreichend Computer oder Tablets beschaffen könne. 

Derzeit wird vor allem kontrovers darüber diskutiert, ob an Schulen eine Maskenpflicht gelten soll. Dies ist in Nordrhein-Westfalen mit Beginn des neuen Schuljahres an den weiterführenden Schulen geplant. Diese Regelung soll im einwohnerstärksten Bundesland zunächst bis zum 31. August gelten.

Der Deutsche Philologenverband sieht das Tragen von Atemschutz im Schulunterricht kritisch. Eine Maskenpflicht bedeute für alle Beteiligten "eine gravierende Erschwernis im Unterrichtsalltag", sagte das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Verbands, Marcus Hahn, den Funke-Zeitungen. Schulunterricht beruhe "nicht nur auf Augenkontakt", sondern auf klarer Kommunikation. Durch den Mund-Nasen-Schutz werde der Austausch zwischen den Schülern und den Lehrkräften "anstrengender, weil das Sprechen und das gegenseitige Verstehen schwieriger werden".

Auch bei praktischen Übungen in den Fächern Musik oder Sport sei die Umsetzung der Maskenpflicht problematisch, sagte Hahn. Die Schulen müssten überdies zusätzliche Pausenzeiten organisieren, "um die körperliche Belastung durch die Maske abzufedern".

Weitere Meldungen

Trump sträubt sich gegen Regelverschärfungen bei Fernsehduellen

US-Präsident Donald Trump sträubt sich nach dem chaotischen ersten Fernsehduell mit seinem Wahl-Herausforderer Joe Biden gegen Regeländerungen bei den Debatten. "Warum sollte ich

Mehr
Studie: Trump größter Antreiber von Corona-Falschinformationen

US-Präsident Donald Trump hat einer Studie zufolge wie kein zweiter zur Verbreitung von Falschinformationen über das Coronavirus beigetragen. Zu diesem Schluss kommen

Mehr
Facebook entfernt migrantenfeindliche Trump-Wahlwerbung

Das Online-Netzwerk Facebook hat Wahlwerbung von US-Präsident Donald Trump mit kritischen Äußerungen gegen Flüchtlinge entfernt. Facebook erklärte am Donnerstag zur Begründung,

Mehr

Top Meldungen

Lufthansa weist Vorwurf des Lohndumpings bei neuer Touristik-Tochter zurück

Die Lufthansa wehrt sich gegen den Vorwurf, durch die Gründung ihrer neuen Ferienfluggesellschaft Ocean in der Corona-Krise Tariflöhne zu umgehen. Der Konzern habe schon vor der

Mehr
Erneut mehr als 800.000 neue Arbeitslosenmeldungen in den USA

In den USA haben inmitten der Corona-Krise erneut mehr als 800.000 Menschen ihren Job verloren. Wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte, meldeten sich in

Mehr
EU-Kommission: Starker Euro belastet Wachstum

Brüssel - Der starke Euro könnte nach Einschätzung der EU-Kommission zur Belastung für den Aufschwung in der Eurozone werden. Eine weitere Aufwertung der europäischen

Mehr