Politik

Belarussische Oppositionskandidatin bittet Merkel um Hilfe

  • AFP - 5. August 2020, 01:36 Uhr
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Die belarussische Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja
Bild: AFP

Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in Belarus hat die Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, sich für einen fairen Urnengang einzusetzen.

Wenige Tage vor der Präsidentschaftswahl in Belarus hat die Oppositionskandidatin Swetlana Tichanowskaja an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appelliert, sich für einen fairen und transparenten Urnengang einzusetzen. Alles, was die Opposition wolle, seien "faire Wahlen", sagte Tichanowskaja der "Bild"-Zeitung" (Mittwochsausgabe). "Wir sind es satt, von diesem Diktator regiert zu werden. Wir sind müde", fügte die Oppositionspolitikerin mit Blick auf Staatschef Alexander Lukaschenko hinzu.  

Tichanowskaja forderte Merkel auf, sich vor der Wahl mit Lukaschenko in Verbindung zu setzen. Sie solle ihm sagen, dass die Opposition "keinen Krieg" wolle. Es müsse den Bürgern aber erlaubt sein, ihre Regierung zu kritisieren. Derzeit sei dies "einfach nur gefährlich. Das will ich ändern", kündigte Tichanowskaja an. 

Die Oppositionskandidatin sagte auch, dass sie sich selbst vor Lukaschenko fürchte: "Ich sehe, was er bereit ist zu tun, um an der Macht zu bleiben. Ich habe Angst, wenn ich auf die Straße gehe, wenn ich auf dem Podium stehe. Angst ist ein ständiger Begleiter." 

Tichanowskaja ist mit dem Blogger Sergej Tichanowski verheiratet, der sich bereits seit Wochen in Haft befindet. Die Behörden werfen ihm Gewalt gegen einen Polizeibeamten vor. Auch wird er beschuldigt, zusammen mit russischen Söldnern "Massenunruhen" geplant zu haben. Vor wenigen Tagen waren 33 mutmaßliche russische Söldner in Belarus festgenommen worden.

In Belarus hatte am Dienstag die vorzeitige Stimmabgabe zur Präsidentschaftswahl begonnen, der Hauptwahltag ist am Sonntag. Der mit harter Hand regierende Lukaschenko kandidiert für eine sechste Amtszeit, er ist bereits seit zweieinhalb Jahrzehnten an der Macht. Die Behörden gingen vor der Präsidentschaftswahl massiv gegen die Opposition vor. 

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