Gesundheit

Juckreiz bei Neurodermitis nachhaltig lindern

  • Solveig Grewe/mp - 17. März 2023, 12:42 Uhr
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mp Groß-Gerau - Ständiger Juckreiz kann zu Depressionen führen. StockSnap / pixabay.com

Unerträgliches Jucken, blutig aufgekratzte Haut - für viele Neurodermitis-Patienten gehört das zum Alltag. Eine neue Informationskampagne der Deutschen Haut- und Allergiehilfe zeigt Strategien und Therapiemöglichkeiten auf, wie man den Juckreiz wirkungsvoll behandeln und nachhaltig lindern kann.


Unerträgliches Jucken, blutig aufgekratzte Haut - für viele Neurodermitis-Patienten gehört das zum Alltag. Eine neue Informationskampagne der Deutschen Haut- und Allergiehilfe zeigt Strategien und Therapiemöglichkeiten auf, wie man den Juckreiz wirkungsvoll behandeln und nachhaltig lindern kann.

Die Folgen von chronischem Juckreiz auf Hautgesundheit und Lebensqualität sind ganz erheblich. Viele Betroffene empfinden einen hohen Leidensdruck und befinden sich körperlich, aber auch seelisch in einer andauernden Ausnahmesituation. Zwei Drittel der betroffenen Neurodermitiker leiden an so heftigem Juckreiz und damit verbundenem Schlafmangel, dass ihre Konzentrations- und Leistungsfähigkeit sinken.

Anhaltendes Hautjucken, medizinisch: Pruritus, beeinträchtigt häufig auch das psychische Wohlbefinden. Viele Patienten schotten sich ab und werden sogar depressiv - das kann bis zur Arbeitsunfähigkeit führen. Eine Therapie, die eine anhaltende Linderung des Juckreizes bewirkt, steht entsprechend ganz obenan, wenn Neurodermitiker nach ihren Wünschen gefragt werden.

Die regelmäßige Hautpflege - die sogenannte Basistherapie - ist in jeder Krankheitsphase ein Grundpfeiler der Behandlung. Das Eincremen mit Fett und Feuchtigkeit trägt erheblich zur Vorbeugung, aber auch zur Linderung des Juckreizes bei.

Grundlegend ist daneben das Meiden von Auslösern, sogenannten Triggern. Ein ganz heftiger Trigger ist das Kratzen der juckenden Haut, da dadurch ein Juck-Kratz-Kreislauf ausgelöst wird. Das Kratzen mag zunächst Erleichterung bringen, fügt der Haut aber kleine Verletzungen zu und verstärkt Hautreizungen und -entzündungen. Jedoch ist bei aller Selbstbeherrschung ein Nichtkratzen bei schweren Neurodermitisschüben kaum durchzuhalten.

Bei einem Krankheitsschub mit heftigen Juck-Kratz-Attacken reicht die Hautpflege mit Pflegeprodukten allein nicht aus. Dann wird der Arzt Cremes oder Salben verschreiben, die juckreizlindernde und entzündungshemmende Wirkstoffe enthalten. Diese Medikamente werden auf die zu behandelnde Haut aufgetragen und wirken nur örtlich.

Lässt sich auch damit der Juckreiz nicht ausreichend lindern, können innerlich wirkende Medikamente verordnet werden. Diese werden in Form von Tabletten eingenommen oder unter die Haut gespritzt. Die Wirkstoffe regulieren Reaktionen des Immunsystems, so dass der Entzündungsprozess gestoppt wird. Je gezielter die Wirkstoffe eingreifen, in diesem Fall also die Juckreizentwicklung unterbinden, desto besser. Hier können neue Medikamente wie Biologika und Januskinasehemmer gute Therapieerfolge erzielen.

Ausführliche Informationen zum chronischen Juckreiz enthält die neue kostenlose Broschüre "Juckreiz bei Neurodermitis wirkungsvoll behandeln". Sie kann kostenfrei bestellt oder auf der Website als PDF-Datei heruntergeladen werden. Bestelladresse: Deutsche Haut- und Allergiehilfe e.V., Heilsbachstraße 32, 53123 Bonn, www.dha-juckreiz.de

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