Politik

Festgenommene malische Oppositionsführer kommen wieder frei

  • AFP - 13. Juli 2020, 19:55 Uhr
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Mountaga Tall, einer der malischen Oppositionsführer
Bild: AFP

Die während der Proteste gegen die Regierung festgenommenen Führungsfiguren der Opposition in Mali sind wieder auf freiem Fuß. Das teilten die Anwälte der Betroffenen mit.

Die während der Proteste gegen die Regierung festgenommenen Führungsfiguren der Opposition in Mali sind wieder auf freiem Fuß. Wie ein Anwalt der Festgenommenen mitteilte, wurden drei seiner Klienten am Montag freigelassen. Ein weiterer Anwalt sowie ein Sprecher der Oppositionsbewegung 5. Juni bestätigten weitere Freilassungen. 

Zuvor hatten Vertreter der Afrikanischen Union (AU), der EU, der Vereinten Nationen und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) sich in einer gemeinsamen Erklärung für ihre Freilassung ausgesprochen. Sie erklärten, die Freilassung sei notwendig für den Dialog zwischen der Regierung und den Protestierenden in dem westafrikanischen Land. 

Nach Massenprotesten gegen Präsident Ibrahim Boubacar Keita am Freitag waren rund 20 Führungsfiguren der Oppositionsbewegung in Gewahrsam genommen worden. Am Freitag waren tausende Demonstranten in der Hauptstadt Bamako auf die Straße gegangen, um Keitas Rücktritt zu fordern. 

Demonstranten griffen das Parlamentsgebäude an und stürmten die Büros des staatlichen TV-Senders. Am Wochenende und am Montag kam es zu weiteren Zusammenstößen. Insgesamt wurden dabei elf Menschen getötet und 124 verletzt, wie ein Sprecher eines Krankenhauses in Bamako mitteilte.

Die Bewegung des 5. Juni setzt sich aus religiösen und zivilgesellschaftlichen Gruppen zusammen. An ihrer Spitze steht der Imam und islamische Hardliner Mahmud Dicko. Die Demonstranten eint die Unzufriedenheit über schleppende Reformen und die anhaltende Gewalt in dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land. 

Der 75-jährige Präsident Keita gerät zunehmend unter Druck, weil es ihm nicht gelungen ist, einen seit 2012 andauernden dschihadistischen Aufstand im Norden des Landes unter Kontrolle zu bringen, der sich inzwischen auch ins Zentrum des Landes ausgedehnt hat. Tausende Soldaten und Zivilisten wurden dabei getötet, hunderttausende Menschen sind geflohen. Verschleppte politische Reformen, eine schwächelnde Wirtschaft und die weit verbreitete Annahme, die Regierung sei korrupt, haben die Stimmung gegenüber Keita weiter verschlechtert. 

Die Bundeswehr ist in Mali mit bis zu 1100 Soldaten als Teil der UN-geführten Mission Minusma vor Ort, die einen Beitrag zur Stabilisierung des westafrikanischen Krisenstaats leisten soll. Zudem sind bis zu 450 deutsche Soldaten an der EU-Ausbildungsmission EUTM Mali beteiligt.

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