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Suche nach mutmaßlich hochgefährlichem Mann im Schwarzwald dauert an

  • AFP - 13. Juli 2020, 16:16 Uhr
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Blaulicht
Bild: AFP

In Baden-Württemberg geht die Suche nach einem mutmaßlich schwer bewaffneten Verdächtigen mit Hochdruck weiter. An der Fahndung in den ausgedehnten Wäldern rund um den Ort Oppenau im Schwarzwald beteiligten sich hunderte Beamte. 

In Baden-Württemberg geht die Suche nach einem mutmaßlich schwer bewaffneten Verdächtigen mit Hochdruck weiter. An der Fahndung in den ausgedehnten Wäldern rund um den Ort Oppenau im Schwarzwald beteiligten sich am Montag nach Polizeiangaben hunderte Beamte. Bei der Suche waren unter anderem Spezialeinsatzkräfte, Hubschrauber mit Wärmebildkameras sowie Suchhunde im Einsatz. Am Wochenende hatte der 31-Jährige vier Polizisten entwaffnet und ist seitdem auf der Flucht.

Die Polizisten waren demnach zur Kontrolle angerückt, weil ihnen ein Verdächtiger in Tarnkleidung und mit Pfeil und Bogen an einer Hütte gemeldet worden war. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. Der Mann ohne festen Wohnsitz soll bereits in den Wochen zuvor Unterschlupf im Wald gesucht haben und dort abgetaucht sein. Die Polizei stufte den Mann als gefährlich ein. 

Die Menschen in der Region wurden aufgerufen, Waldgebiete zu meiden, sich möglichst nicht im Freien aufzuhalten und keine Anhalter mitzunehmen. Die Deutsche Flugsicherung verhängte zudem nach Polizeiangaben ein Durchflugverbot mit einem Radius von drei nautischen Meilen um Oppenau, was auch das Aufsteigenlassen von Drohnen umfasst.

Der Verdächtige fiel nach Angaben der Ermittler in der Vergangenheit bereits unter anderem wegen Verstößen gegen Waffengesetze auf. Nach Presseberichten soll der Mann bereits eine Haftstrafe wegen Körperverletzung einer ehemaligen Partnerin mit einer Armbrust verbüßt haben.

Er soll sich in seiner letzten festen Wohnung heimlich einen Schießstand eingerichtet haben, wie sein damaliger Vermieter der Nachrichtenagentur AFP sagte. Waffen habe er bei dem Flüchtigen nicht gesehen, sagte der Vermieter weiter - außer Pfeil und Bogen, was er für ein Sportgerät gehalten habe. Allerdings habe die Polizei im vergangenen Jahr bei einer Durchsuchung der betreffenden Wohnung im Speicher unter dem Dach eine Art Schießstand entdeckt.

Der 31-Jährige sei "extrem auffällig gekleidet", sagte der Vermieter weiter. Der Mann habe augenscheinlich der sogenannten Gothic-Szene angehört und selbst im Sommer einen schwarzen Mantel und andere auffällige schwarze Kleidung getragen. In dieser Zeit habe der Flüchtige noch bei der Bahn in Offenburg gearbeitet, sagte der Gastronom.

Nachdem der Mann über mindestens zehn Monate mit der Miete im Rückstand gewesen sei, habe er die Wohnung Ende vergangenen Jahr zwangsräumen lassen. Bei dem Versuch, die Mietforderungen einzutreiben, habe sich dann herausgestellt, dass der Mann nicht mehr in Oppenau gemeldet gewesen sei, so der Vermieter.

Der Ort Oppenau mit ungefähr 5000 Einwohnern war vor fast 30 Jahren schon einmal Schauplatz umfassender Presseberichterstattung: Dort wurde der heutige Bundestagspräsident und damalige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) am 12. Oktober 1990 bei einer Wahlveranstaltung angeschossen und lebensgefährlich verletzt. Der Täter wurde überwältigt und später in die Psychiatrie eingewiesen. Schäuble ist seither gelähmt.

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