Technologie

Putin-naher Ex-Finanzminister steigt bei russischem Onlinekonzern Yandex ein

  • AFP - 5. Dezember 2022, 11:13 Uhr
Bild vergrößern: Putin-naher Ex-Finanzminister steigt bei russischem Onlinekonzern Yandex ein
Alexej Kudrin
Bild: AFP

Alexej Kudrin, ein langjähriger Verbündeter von Präsident Wladimir Putin, hat seinen Einstieg beim russischen Onlinekonzern Yandex angekündigt. 'Ich habe ein Angebot von Yandex angenommen, Berater für Unternehmensentwicklung zu werden', erklärte er.

Alexej Kudrin, ein langjähriger Verbündeter von Präsident Wladimir Putin, hat seinen Einstieg beim russischen Onlinekonzern Yandex angekündigt. "Ich habe ein Angebot von Yandex angenommen, Berater für Unternehmensentwicklung zu werden", erklärte der 62-jährige ehemalige Finanzminister am Montag. Beobachter sehen darin einen weiteren Schritt, um die staatliche Kontrolle des Internets in Russland auszubauen.

Yandex ist der wichtigste russische Onlinekonzern und betreibt insbesondere die meist genutzte Suchmaschine des Landes. Das Unternehmen hatte zuletzt mit einem Schwund von Arbeitskräften wegen des Militäreinsatzes in der Ukraine zu kämpfen. Yandex-Gründer und langjähriger Unternehmenschef Arkadi Wolosch unterliegt zudem westlichen Sanktionen.

Kudrin war von 2000 bis 2011 Finanzminister und galt in den ersten Jahren unter Putin als einer der prominentesten Liberalen in der russischen Regierung. 2011 wurde er entlassen und unterstützte zeitweise Proteste der Opposition. Dennoch wurde er später zum Vorsitzenden der parlamentarischen Rechnungskommission ernannt.

Vergangene Woche kündigte Kudrin seinen Rücktritt von diesem Posten an. Er wolle sich auf privatwirtschaftliche Initiativen mit "erheblichen Auswirkungen auf die Menschen" konzentrieren, erklärte er. Bei Yandex werde er daran arbeiten, "die langfristige und nachhaltige Entwicklung des Unternehmens auf allen Märkten, einschließlich der internationalen, sicherzustellen", erklärte er nun.

Yandex wird derzeit neu strukturiert. Gründer Wolosch war im Juni aus dem Konzernvorstand ausgeschieden, damit das Unternehmen nicht ebenfalls von westlichen Sanktionen getroffen wird. Vergangenen Monat erklärte der Konzern, Eigentumsverhältnisse und Unternehmensführung würden "im Lichte des aktuellen geopolitischen Umfelds" überarbeitet. Eventuell könnten demnach auch neue Unternehmenszweige wie Technologie für autonomes Fahren oder Cloud-Computing "unabhängig von Russland" entwickelt werden.

Beobachter gehen davon aus, dass Kudrins Einstieg nun dazu dient, die staatliche Kontrolle über Yandex auszubauen und dafür zu sorgen, dass der Konzern und seine Technologien in Russland verbleiben.

Weitere Meldungen

Gewerkschaft fordert Lieferando zu Verhandlungen über Tarifvertrag auf

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat den Essens-Lieferdienst Lieferando zu Verhandlungen über einen Mantel- und Entgelttarifvertrag aufgefordert. Die NGG will für

Mehr
US-Computerhersteller Dell entlässt weltweit rund 6650 Mitarbeiter

Der US-Computerhersteller Dell entlässt weltweit rund 6650 Mitarbeiter. Der Konzern kündigte am Montag an, rund fünf Prozent seiner weltweit 133.000 Stellen zu streichen. Der

Mehr
US-Internetkonzerne setzen Talfahrt fort

Die wirtschaftliche Talfahrt der großen US-Internetkonzerne setzt sich fort. Apple und die Google-Mutter Alphabet legten am Donnerstag enttäuschende Geschäftszahlen vor. Bei

Mehr

Top Meldungen

Wissing macht bei Verbrenner-Aus für Lkw Rückzieher

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach Kritik aus der Union hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) klargestellt, dass er Verbrennermotoren in Lastwagen ab 2035 nicht

Mehr
Studie: 600 Milliarden Euro nötig bis 2030 für Erreichen der Klimaziele

Für eine rasche Energiewende sind einer Studie zufolge bis 2030 geschätzt 602 Milliarden Euro nötig. Jährlich wären das 54 bis 57 Milliarden Euro, heißt es im neuen

Mehr
Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe gestiegen

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im Dezember 2022 gegenüber November saison- und kalenderbereinigt um 3,2 Prozent

Mehr