Motor

Pkw-Zulassungen in Deutschland - Kurioser Schwund an BEV und PHEV

  • Mario Hommen/SP-X - 29. November 2022, 08:26 Uhr
Bild vergrößern: Pkw-Zulassungen in Deutschland - Kurioser Schwund an BEV und PHEV
Der Bestand zugelassener Pkw ist auch 2022 leicht gestiegen Foto: SP-X

Die Zahl der Autos in Deutschland ist leicht gestiegen. Besonders stark gewachsen ist der Bestand an E-Autos. Allerdings in deutlich geringerem Umfang als die Zahl ihrer Neuzulassungen.

Der Pkw-Bestand ist in Deutschland weiter gestiegen. Wie die Deutsche Automobil Treuhand in der jüngsten Ausgabe des DAT-Barometers berichtet, waren 48.733.413 Pkw zum Stichtag 1. Oktober 2022 hierzulande zugelassen. Das ist ein Zuwachs um 0,2 Prozent oder rund 85.000 Autos gegenüber dem Vergleichswert vor einem Jahr.

In diesem Zeitraum war die Zahl von Pkw mit Diesel- oder Benzinantrieb um jeweils zwei Prozent rückläufig. Aktuell weisen damit 63 Prozent aller Pkw einen Benzinantrieb auf, 30 Prozent einen Diesel. Die Zahl der zugelassenen Pkw mit alternativen Antrieben hat von Oktober 2021 bis Oktober 2022 hingegen deutlich um 38 Prozent zugelegt. Ihr Anteil beträgt nun 7 Prozent. Mit einem Plus von 64 Prozent am deutlichsten bei den Alternativen Antriebsarten ist der Anteil batterieelektrischer Pkw (BEV) gestiegen. Allein in diesem Jahr ist ihre Zahl von Januar bis Oktober von 618.460 um 222.185 auf 840.645 gewachsen. Dahinter folgen Plug-in-Hybride (+ 51 %/179.047), Hybride (+ 35 %) sowie LPG- und CNG-Autos (+1 %).  

Allerdings hat speziell der Bestand von BEV und PHEV damit weniger stark zugelegt als es die Neuzulassungszahlen des KBA erwarten lassen. Bei den BEV wurden 272.473, bei PHEV 215.647 Neuzulassungen gezählt. Damit fehlen im Bestand aller in Deutschland zugelassenen Pkw 50.288 BEV und 36.600 PHEV, was laut DAT vornehmlich auf das Konto von Abmeldungen, Exporten, Totalschäden und Stilllegen geht. Die KBA-Zahlen geben hierzu jedoch keine detaillierten Informationen.

Laut einer im Februar 2022 vom Center of Automotive Management (CAM) veröffentlichten Untersuchung könnte die Diskrepanz auf ein ungewünschtes, aber legales Geschäftsmodell hinweisen. Bei diesem verleasen oder verkaufen Händler E-Autos und kassieren dabei den staatlichen Anteil der Förderung von 6.000 Euro ein. Nach sechs Monaten gibt der Leasingnehmer das Auto zurück, das dann als junger Gebrauchter ins Ausland verkauft wird. Das ist legal, da nach den Förderrichtlinien nur eine Mindesthaltedauer von sechs Monaten eingehalten werden muss, um den Umweltbonus zu erhalten. Die Kosten zahlt in Form der Fördergelder die Allgemeinheit.

Weitere Meldungen

E-Cargo Elops R500E - Verträgt viel, kostet wenig

Bei Lastenrädern mit E-Unterstützung erreichen die Preise nicht selten fünfstelliges Niveau. Dass es auch deutlich günstiger geht, zeigt das von Decathlon vertriebene Elops

Mehr
Pkw-Nutzung in Deutschland - Fahrleistungen gehen weiter zurück

Der seit Jahren anhaltende Trend sinkender Pkw-Fahrleistung bei deutschen Fahrzeughaltern hat sich auch 2022 fortgesetzt. Laut einer Auswertung durch das Vergleichsportal

Mehr
Grafik: Für wen ist das 49-Euro-Ticket interessant? - Großstädter vorn

Das 49-Euro-Ticket steht in den Startlöchern: Ab dem 1. Mai soll es deutschlandweit gelten. Doch wer möchte ein solches Ticket erwerben? Das Beratungsunternehmen PwC hat

Mehr

Top Meldungen

Wissing macht bei Verbrenner-Aus für Lkw Rückzieher

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach Kritik aus der Union hat Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) klargestellt, dass er Verbrennermotoren in Lastwagen ab 2035 nicht

Mehr
Studie: 600 Milliarden Euro nötig bis 2030 für Erreichen der Klimaziele

Für eine rasche Energiewende sind einer Studie zufolge bis 2030 geschätzt 602 Milliarden Euro nötig. Jährlich wären das 54 bis 57 Milliarden Euro, heißt es im neuen

Mehr
Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe gestiegen

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe ist im Dezember 2022 gegenüber November saison- und kalenderbereinigt um 3,2 Prozent

Mehr