Wirtschaft

Grüne fordern Reduzierung der Fleischproduktion

  • dts - 13. Juli 2020
Bild vergrößern: Grüne fordern Reduzierung der Fleischproduktion
Fleisch und Wurst im Supermarkt
dts

.

Berlin - Die Grünen fordern angesichts der Corona-Fälle im Fleischkonzern Tönnies eine Reduzierung der Fleischproduktion in Deutschland. "Die Schließung des Tönnies-Schlachthofs zeigt die Verletzlichkeit eines durchgetakteten Systems, auch für die Schweinehalter", sagte Friedrich Ostendorff, Grünen-Sprecher für Agrarpolitik, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Montagausgaben).

"Die Schweinefleischerzeugung in Deutschland muss zurückgefahren werden." Wichtig sei, dass die Beschäftigten auch in Corona-Zeiten sicher in den Schlachtbetrieben arbeiten könnten. "Dies geht nur unter Einhaltung von Abstandsregeln von mindestens 1,5 Metern – besser von zwei Metern", so Ostendorff. "Dies lässt sich aber nur durch geringere Produktionszahlen erreichen."

Auch die Bauern müssten ihre Aufzuchtzahlen von Schweinen reduzieren. "Wir brauchen eine Systemwende, die die Fleischproduktion widerstandsfähiger und nachhaltiger gestaltet." Nach Angaben der Interessensgemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN) haben die rund 240.000 Schweinehalter in Folge der Schließung des Tönnies-Schlachthofs in Rheda-Wiedenbrück in der vergangenen Woche durch sinkende Schlachtpreise und zu spät abgelieferte Schweine rund 20 Millionen Euro verloren. "Viele Bauern sind existenziell gefährdet", sagte der ISN-Marktreferent Matthias Quaing.

"Der Druck auf die Schweinehalter wird täglich größer." Die Schweinehalter fürchten, dass die Coronakrise die Agrarstruktur massiv verändern werde. "Zum einen wegen der abnehmenden Wirtschaftlichkeit, aber auch wegen der schwindenden Akzeptanz in der Gesellschaft", so Quaing. "Wir fürchten, dass viele Bauern durch die Coronakrise ihre Höfe aufgeben müssen, weil sie nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können." Der Verband appelliert an den Landkreis Gütersloh, den Tönnies-Betrieb bald wieder zu öffnen. Einen Schweinefleisch-Engpass erwarten die Schweinehalter aber nicht. "Aktuell werden immer noch 85 bis 90 Prozent aller Scheine geschlachtet – etwa 760.000 pro Woche", sagte Quaing. Vor Corona waren es 850.000 bis 900.000 pro Woche. "Fleisch ist genug da."

Weitere Meldungen

Flixbus will bei Maskenverweigerung notfalls Polizei rufen

Berlin - Das Verkehrsunternehmen Flixbus hat seine Fahrer angewiesen, bei renitenten Maskenverweigerern die Polizei zu rufen. Gegenüber Watson bestätigt ein Sprecher von

Mehr
DIW-Präsident besorgt über wirtschaftliche Situation in den USA

Berlin - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat sich besorgt über die wirtschaftliche Situation in den USA geäußert. Europa

Mehr
BMW verzeichnet Verlust von 212 Millionen Euro im zweiten Quartal

Der Absatzrückgang infolge der Corona-Pandemie hat BMW im zweiten Quartal stark belastet. Der Autobauer verzeichnete einen Verlust in Höhe von 212 Millionen Euro, wie er am

Mehr

Top Meldungen

Hankook mit guten Zahlen in der Krise


Reifenhersteller Hankook erzielte im zweiten Quartal 2020 einen globalen Umsatz von umgerechnet rund einer Milliarden Euro. Trotz des weltweiten wirtschaftlichen

Mehr
Bund stundet Kreuzfahrt-Reedereien Milliardenbetrag

Berlin - Im Zuge des Corona-Hilfsprogramms für Kreuzfahrtreedereien sind bislang sechs Anträge auf Stundung von Schuldentilgungen eingegangen. Das teilte das

Mehr
Ökonom: Rentner sind Profiteure der Coronakrise

Berlin - Die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise führen nach Auffassung des Ökonomen Bernd Raffelhüschen zu Ungerechtigkeiten im deutschen Rentensystem. "Während die Löhne

Mehr