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US-Studie: 66 Kliniken stellten seit Supreme-Court-Urteil Abtreibungen ein

  • AFP - 6. Oktober 2022, 18:26 Uhr
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Die Frauenklinik Jackson Women's Health Organization in Jackson/Mississippi
Bild: AFP

In den USA bieten seit der Abschaffung des landesweiten Grundrechts auf Abtreibungen durch den Supreme Court im Juni einer Studie zufolge mindestens 66 Kliniken keine Schwangerschaftsabbrüche mehr an.

In den USA bieten seit der Abschaffung des landesweiten Grundrechts auf Abtreibungen durch den Supreme Court im Juni einer Studie zufolge mindestens 66 Kliniken keine Schwangerschaftsabbrüche mehr an. Davon hätten 26 Abtreibungskliniken komplett geschlossen, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Untersuchung des Guttmacher Institute. Die 40 anderen Kliniken würden zwar noch andere medizinische Leistungen anbieten, aber keine Schwangerschaftsabbrüche mehr.

Das Guttmacher Institute, das sich für das Recht auf Abtreibungen einsetzt, ging in seiner Untersuchung auf die 13 US-Bundesstaaten ein, die nach dem Supreme-Court-Urteil vom 24. Juni Abtreibungen komplett verboten hatten, sowie die Bundesstaaten Georgia und Wisconsin, die den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen massiv eingeschränkt hatten. In diesen 15 Bundesstaaten hatten vor der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs insgesamt 79 Kliniken Schwangerschaftsabbrüche angeboten. 

Übrig geblieben sind davon 13 Kliniken, die allesamt im Südstaat Georgia liegen, wo Abtreibungen nur noch bis zur sechsten Schwangerschaftswoche erlaubt sind. Das bedeutet, dass in den 14 anderen untersuchten Bundesstaaten keine Abtreibungen mehr möglich sind.

In diesen 14 Staaten - unter ihnen Alabama, Mississippi und Texas - hatte es nach Angaben des Guttmacher Institute im Jahr 2020 mehr als 125.000 Abtreibungen gegeben. Dort lebende Frauen müssten für einen Schwangerschaftsabbruch fortan in andere Bundesstaaten reisen, was mit zusätzlichen Kosten einhergehe, beklagen die Autoren der Studie. Das führe dazu, dass Abtreibungskliniken in anderen Bundesstaaten, in denen Abtreibungen noch legal seien, mit Frauen aus anderen Regionen "überschwemmt" würden. Das bringe die Kliniken an ihre Grenzen.

Der Supreme Court hatte im Juni mit seiner konservativen Richtermehrheit das seit fast 50 Jahren geltende Grundsatzurteil "Roe v. Wade" aufgehoben, das ein landesweites Grundrecht auf Abtreibungen verankert hatte. Damit bekamen Bundesstaaten das Recht, Schwangerschaftsabbrüche massiv zu beschränken oder ganz zu verbieten. Das Guttmacher Institute erwartet, dass im Verlauf der Zeit 26 der 50 Bundesstaaten diesen Weg wählen dürften.

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