Wirtschaft

IWF-Chefin Georgieva warnt vor wachsendem Rezessionsrisiko

  • AFP - 6. Oktober 2022, 15:52 Uhr
Bild vergrößern: IWF-Chefin Georgieva warnt vor wachsendem Rezessionsrisiko
IWF-Chefin Georgieva
Bild: AFP

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, hat vor einem wachsenden weltweiten Rezessionsrisiko gewarnt. 'Die Risiken einer Rezession nehmen zu', sagte Georgieva - und warnte vor Fehlern im Kampf gegen die hohe Inflation.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Kristalina Georgieva, hat vor einem wachsenden weltweiten Rezessionsrisiko gewarnt. "Die Risiken einer Rezession nehmen zu", sagte Georgieva am Donnerstag in einer Rede vor den kommende Woche beginnenden Jahrestagungen von IWF und Weltbank. Sie warnte, die derzeitige hohe Inflation müsse entschieden bekämpft werden, ohne aber die Wirtschaft abzuwürgen. Georgieva kündigte zudem an, der IWF werde seine Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum kommende Woche nach unten korrigieren.

"In weniger als drei Jahren haben wir Schock auf Schock auf Schock durchlebt", sagte die IWF-Chefin in ihrer Rede an der Georgetown Universität in Washington. Sie verwies dabei auf die Corona-Pandemie, den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und "Klimakatastrophen auf allen Kontinenten".

Georgieva mahnte, die Instabilität der Weltwirtschaft dürfe nicht zu einer "gefährlichen 'neuen Normalität'" werden. Zunächst müsse die Weltwirtschaft stabilisiert werden, indem die "dringlichsten Herausforderungen" angegangen würden.

Die IWF-Chefin ging dabei insbesondere auf den starken Anstieg der Verbraucherpreise ein - und warnte, Fehler bei der Inflationsbekämpfung könnten "enorme Kosten" haben. Die Geldpolitik müsse weiter angezogen werden, damit die Inflation sich nicht ausweite und dauerhaft hoch bleibe. "Auf der anderen Seite könnte ein zu starkes und zu schnelles Anziehen der Geldpolitik - und das synchronisiert - viele Volkswirtschaften in eine verlängerte Rezession stürzen."

Laut den jetzigen Prognosen dürften Länder, die für ein Drittel der Weltwirtschaft stehen, in diesem oder im kommenden Jahr mindestens zwei aufeinanderfolgende Quartale mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung erleben, sagte Georgieva.

Vertreter von mehr als 180 Staaten treffen sich kommende Woche in Washington zu den Jahrestagungen von IWF und Weltbank. Geplant ist auch ein Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der G20-Staaten. Die Jahrestagungen werden überschattet vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, der massive negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hat.

Weitere Meldungen

BDI erwartet keine Auswirkungen auf Gaspreise durch Katar-Deal

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet trotz der vertraglichen Fixierung von Gasbezug aus Katar an Deutschland nicht mit

Mehr
Handwerkspräsident sieht viele Bäcker und Brauer am Abgrund

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer sieht viele Handwerksbetriebe am Abgrund. "Bäcker, Lackierer und Galvaniseure arbeiten besonders

Mehr
Bundesrechnungshof kritisiert Lindners Pläne für Aktienrente

Bonn (dts Nachrichtenagentur) - Der Bundesrechnungshof hat die Pläne von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) scharf kritisiert, die gesetzliche Rentenversicherung durch

Mehr

Top Meldungen

RKI meldet 43768 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 196,7

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Mittwochmorgen vorläufig 43.768 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 31 Prozent oder 10.478

Mehr
Zehn Millionen Haushalte erhalten Dezemberhilfe

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Jeder zweite Haushalt mit Gasheizung wird in den nächsten Tagen die Dezemberhilfe erhalten. Das berichtet die "Bild" (Mittwochausgabe) unter

Mehr
Rechnungshof wirf Lindner Verschleierung der Haushaltslage vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Bundesrechnungshof hat Finanzminister Christian Lindner (FDP) vorgeworfen, die wahre Haushaltslage des Bundes zu verschleiern. Anders als

Mehr