Wirtschaft

Auftragseingänge der Industrie weiter unter Vorkrisenniveau

  • dts - 6. Juli 2020, 08:14 Uhr
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Stahlproduktion
dts

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Wiesbaden - Die Auftragseingänge im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland sind auch im Mai 2020 deutlich unter dem vor der Coronakrise etablierten Niveau geblieben. Der reale Auftragseingang war im fünften Monat des Jahres saison- und kalenderbereinigt 10,4 Prozent höher als im April 2020, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) nach vorläufigen Angaben am Montag mit.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es einen kalenderbereinigten Rückgang um 29,3 Prozent. Ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen lag der reale Auftragseingang im Verarbeitenden Gewerbe saison- und kalenderbereinigt 8,9 Prozent höher als im Vormonat. Die Coronakrise prägt somit seit einigen Monaten die Entwicklungen im Verarbeitenden Gewerbe. Im Vergleich zu Februar 2020, dem Monat vor dem Beginn der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie in Deutschland, ging der Auftragseingang im Mai 2020 saison- und kalenderbereinigt um 30,8 Prozent zurück.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Aufträge aus dem Inland um 12,3 Prozent, die Auslandsaufträge erhöhten sich um 8,8 Prozent, so die Statistiker weiter. Dabei nahmen die Auftragseingänge aus der Eurozone um 20,9 Prozent zu. Die Auftragseingänge aus dem restlichen Ausland stiegen um 2,0 Prozent gegenüber April 2020. Bei den Herstellern von Vorleistungsgütern lag der Auftragseingang im Mai 2020 mit 0,4 Prozent leicht über dem Vormonat. Bei den Herstellern von Investitionsgütern gab es einen Anstieg um 20,3 Prozent.

Im Bereich der Konsumgüter stiegen die Aufträge um 4,7 Prozent. In der Automobilindustrie stieg der Auftragseingang – nach sehr niedrigen Aufträgen im April 2020 – im Mai wieder deutlich an. Er liegt aber noch gut 47 Prozent niedriger als im Februar 2020. Für April 2020 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse insgesamt ein Rückgang um 26,2 Prozent gegenüber März 2020 (vorläufiger Wert: -25,8 Prozent).

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