Brennpunkte

Mindestens 15 Tote bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen

  • AFP - 5. August 2022, 21:03 Uhr
Bild vergrößern: Mindestens 15 Tote bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen
Feuerwehreinsatz nach den Angriffen in Gaza
Bild: AFP

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind nach israelischen Militärangaben mindestens 15 Menschen getötet worden, darunter ein ranghohes Mitglied des Islamischen Dschihad.

Bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen sind nach israelischen Militärangaben mindestens 15 Menschen getötet worden, darunter ein ranghohes Mitglied der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad. Israels Regierungschef Jair Lapid sprach am Freitagabend von einem "präzisen Anti-Terror-Einsatz", um eine "unmittelbare Bedrohung" abzuwehren. Der Islamische Dschihad warf Israel dagegen vor, einen "Krieg gegen unser Volk" begonnen zu haben. Palästinensische Kämpfer feuerten am Abend aus dem Gazastreifen Raketen in Richtung Israel.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums ist unter den Todesopfern des Luftangriffes auch ein fünfjähriges Mädchen. Der Islamische Dschihad erklärte, auch der "große Dschihad-Kommandeur Taysir al-Dschabari" sei getötet worden.

Ein israelischer Armeesprecher betonte, der Einsatz gehe weiter: "Wir sind noch nicht fertig." Die im Gazastreifen herrschende Hamas erklärte, mit den Angriffen am Freitag habe Israel "ein weiteres Verbrechen begangen, für das es bezahlen muss". Sämtliche Palästinenserorganisationen seien zum Kampf aufgerufen: "Alle Fronten müssen das Feuer auf den Feind eröffnen." 

Am Abend beobachteten AFP-Korrespondenten in Gaza, wie aus dem Gazastreifen Raketen in Richtung Israel abgefeuert wurden. In israelischen Orten nahe der Grenze zu dem Palästinensergebiet heulten die Sirenen. Der Islamische Dschihad erklärte, als "erste Antwort" auf den Tod des Dschihad-Kommandeurs und seiner "Märtyrer-Brüder" seien "mehr als hundert Raketen auf Tel Aviv, zentrale Städte und Gebiete rund um Gaza" abgefeuert worden.

Islamischer-Dschihad-Anführer Siad al-Nachala sagte dem Fernsehsender Al-Majadin, im Kampf gegen Israel werde es "keine roten Linien" geben. Alle israelischen Städte seien Ziele palästinensischer Raketen, Israel müsse mit "ununterbrochenen" Angriffen rechnen. 

In einer Fernsehansprache sagte Israels Regierungschef Lapid am Abend, der Islamische Dschihad sei eine "Hilfstruppe des Iran, die den Staat Israel zerstören und unschuldige Israelis töten will". Die Regierung werde "alles tun, um unser Volk zu verteidigen".

Die Luftangriffe erfolgten vier Tage nach der Schließung zweier Grenzübergänge zwischen Israel und dem Gazastreifen aus Sicherheitsgründen. Zuvor waren zwei ranghohe Mitglieder des Islamischen Dschihad in Dschenin im Westjordanland festgenommen worden.

Weitere Meldungen

Chinesische Millionenstadt Chengdu dimmt Licht wegen starker Hitzewelle

Angesichts einer heftigen Hitzewelle und Stromknappheit sind in der chinesischen Großstadt Chengdu an vielen Stellen die Beleuchtungen gedimmt und Leuchtreklamen abgestellt

Mehr
Frau in Bayern soll achtjährigen Sohn und sich selbst getötet haben

Nach dem Fund zweier Leichen in einem verrauchten Haus im bayerischen Münchberg im Landkreis Hof hat die Polizei weitere Details zum Fall bekannt gegeben. Die 33-Jährige soll

Mehr
Guterres: Akw Saporischschja nicht von ukrainischem Stromnetz abtrennen

UN-Generalsekretär António Guterres hat Russland aufgefordert, das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja nicht vom ukrainischen Stromnetz zu trennen. "Natürlich ist der Strom

Mehr

Top Meldungen

Sozialverbände richten gemeinsamen Appell an Kanzler Scholz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Mehrere namhafte Verbände - Sozialverband Deutschland (SoVD), der Sozialverband VdK Deutschland, der Deutschen Mieterbund und die Tafel

Mehr
Grünes Licht für Bau von Anschlussleitung für LNG-Terminal in Wilhelmshaven

Die niedersächsischen Behörden haben im Eilverfahren grünes Licht für den Bau und Betrieb einer Anschlussleitung für das geplante Terminal für Flüssiggas (LNG) in Wilhelmshaven

Mehr
Betroffene Betriebe sollen nach Oder-Fischsterben Hilfe bekommen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) kündigt an, den vom Fischsterben in der Oder betroffenen Betrieben helfen zu wollen. Das Kabinett

Mehr