Brennpunkte

Abiy verurteilt gezielte "Destabilisierung" Äthiopiens durch Proteste

  • AFP - 4. Juli 2020, 00:01 Uhr
Bild vergrößern: Abiy verurteilt gezielte Destabilisierung Äthiopiens durch Proteste
Abiy Ahmed
Bild: AFP

Eine Woche nach Beginn der Proteste wegen der Ermordung eines beliebten Sängers in Äthiopien hat Ministerpräsident Abiy Ahmed 'orchestrierte Versuche' zur Destabilisierung des Landes angeprangert. Bei den Unruhen starben bereits Dutzende Menschen.

Eine Woche nach Beginn der landesweiten Proteste wegen der Ermordung eines beliebten Sängers in Äthiopien hat Ministerpräsident Abiy Ahmed "orchestrierte Versuche" zur Destabilisierung seines Landes angeprangert. Bei einem Treffen mit Regierungsvertretern kündigte Abiy am Freitag an, die an den Unruhen Beteiligten sowie deren "Hintermänner" zur Rechenschaft zu ziehen. Äthiopien wird seit Tagen von Unruhen erschüttert, bei denen bereits Dutzende Menschen getötet wurden.

Abiy machte "interne und externe Kräfte" für die Unruhen verantwortlich und bezog sich dabei auch auf die derzeitigen Spannungen mit dem Nachbarland Ägypten im Zusammenhang mit einem gigantischen Staudamm-Projekt am Nil. Äthiopiens Präsident, der im vergangenen Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde, trug während des teilweise vom Staatsfernsehen übertragenen Regierungstreffens eine Armeeuniform.

Die derzeitigen Proteste in Äthiopien waren durch die Ermordung des beliebten Sängers Hachalu Hundessa am Montagabend ausgelöst worden. Hachalu gehörte den Oromo an, der größten Volksgruppe in Äthiopien. In seiner Musik hatte er oft das Gefühl der Oromo ausgedrückt, wirtschaftlich und politisch benachteiligt zu werden.

Äthiopien mit seinen 100 Millionen Einwohnern ist ein Vielvölkerstaat, in dem es immer wieder Spannungen zwischen den Volksgruppen gibt. Nach Behördenangaben wurden bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Protestteilnehmern sowie bei Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Volksgruppen in den vergangenen Tagen 98 Menschen getötet. Fünf Menschen wurden demnach festgenommen.

Die Behörden machten wiederholt die Rebellengruppe Oromo Liberation Army und die oppositionelle Tigray-Volksbefreiungsfront für die Unruhen verantwortlich. Mehrere bekannte Oppositionsvertreter wurden in den vergangenen Tagen im Zusammenhang mit den Protesten festgenommen, darunter der frühere Medienmogul Jawar Mohammed. Die Festnahmen lösten weitere Demonstrationen aus. 

Als Reaktion auf die Unruhen kappte die Regierung in Addis Abeba landesweit die Internetverbindungen. Geschäfte und Behörden durften am Freitag erstmals seit Tagen wieder öffnen.

Weitere Meldungen

USA rufen Millionen-Kopfgeld für Verantwortliche für Wahleinmischung aus

Die US-Regierung hat ein Kopfgeld von bis zu zehn Millionen Dollar gegen Verantwortliche einer ausländischen Einmischung in US-Wahlen ausgerufen. Das Geld werde für Hinweise zur

Mehr
UN-Sondergericht verschiebt nach Explosionen in Beirut Urteil in Fall Hariri

Im Prozess um den Mord an dem libanesischen Ex-Ministerpräsidenten Rafik Hariri im Jahr 2005 hat das UN-Sondergericht in Den Haag die Urteilsverkündung nach den verheerenden

Mehr
Bericht: Ex-Wirecard-Manager in Manila gestorben

Manila - Ein ehemaliger Manager des Münchener Zahlungsdienstleisters Wirecard soll laut eines Berichts des "Handelsblatts" (Donnerstagausgabe) in Manila gestorben sein. Die

Mehr

Top Meldungen

Flixbus will bei Maskenverweigerung notfalls Polizei rufen

Berlin - Das Verkehrsunternehmen Flixbus hat seine Fahrer angewiesen, bei renitenten Maskenverweigerern die Polizei zu rufen. Gegenüber Watson bestätigt ein Sprecher von

Mehr
DIW-Präsident besorgt über wirtschaftliche Situation in den USA

Berlin - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, hat sich besorgt über die wirtschaftliche Situation in den USA geäußert. Europa

Mehr
BMW verzeichnet Verlust von 212 Millionen Euro im zweiten Quartal

Der Absatzrückgang infolge der Corona-Pandemie hat BMW im zweiten Quartal stark belastet. Der Autobauer verzeichnete einen Verlust in Höhe von 212 Millionen Euro, wie er am

Mehr