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Umstrittener Ex-Vize-Präsident Dostum in Afghanistan zum Marschall befördert

  • AFP - 3. Juli 2020, 22:34 Uhr
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Abdul Raschid Dostum
Bild: AFP

Der unter Entführungs- und Vergewaltigungsverdacht stehende afghanische Ex-Vizepräsident Raschid Dostum ist in den höchsten militärischen Rang des Landes befördert worden.

Der unter Entführungs- und Vergewaltigungsverdacht stehende afghanische Ex-Vizepräsident Abdul Raschid Dostum ist in den höchsten militärischen Rang des Landes befördert worden. Dostum sei am Freitag zum Marschall gekürt worden, schrieb der Chefunterhändler der afghanischen Regierung für die Friedensgespräche mit den Taliban, Abdullah Abdullah, auf seiner Facebookseite. Angeordnet wurde die Auszeichnung laut Berichten afghanischer Medien von Präsident Aschraf Ghani. 

Die Beförderung dürfte auf eine Einigung zwischen Ghani und Abdullah zur Wiederwahl Ghanis im September 2019 zurückgehen. Der unterlegene Abdullah hatte Ghanis Wahlsieg zunächst nicht anerkannt und sich im März ebenfalls als Präsident vereidigen lassen. Im Mai einigten sich die langjährigen Rivalen schließlich auf eine Machtteilung. 

Dostum war ab 2014 Vize-Präsident Afghanistans, stellte sich aber 2019 hinter Abdullah. Ghanis Büro äußerte sich am Freitag nicht zu der Beförderung. Ein Sprecher Dostums begrüßte die Entscheidung.

Der mächtige ethnische Usbeke Dostum ist in Afghanistan dafür berüchtigt, dass er in dem jahrzehntelangen Konflikt im Land extreme Gewalt ausgeübt und oft die Seiten gewechselt hat. Einen Großteil seiner Amtszeit als Vize-Präsident verbrachte er im Exil in der Türkei, weil ihm in Afghanistan ein Verfahren wegen Entführung, Misshandlung und Vergewaltigung drohte.

Dostum überlebte schon mehrere Mordanschläge, darunter eine Attacke im Juli, die der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) zugeschrieben und bei der 23 Menschen in Kabul getötet wurden. Vor dem Anschlag auf seinen Konvoi hatte er in Balch in einer Rede versichert, dass er den Norden Afghanistans binnen sechs Monaten von den Taliban befreien könne, wenn die Regierung ihn nur lasse. 

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