Politik

Spahn warnt CDU vor zu starker Konzentration auf Personalfragen

  • AFP - 3. Juli 2020, 17:17 Uhr
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn
Bild: AFP

Angesichts der wieder zunehmenden Debatten um den CDU-Vorsitz und die Kanzlerkandidatur im kommenden Jahr hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn seine Partei vor einer zu starken Konzentration auf Personalfragen gewarnt.

Angesichts der wieder zunehmenden Debatten um den CDU-Vorsitz und die Kanzlerkandidatur im kommenden Jahr hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn seine Partei vor einer zu starken Konzentration auf Personalfragen gewarnt. "Die Grundprobleme der CDU sind ja durch Corona nicht gelöst", sagte Spahn dem "Spiegel" laut Vorabmeldung vom Freitag. Bis zum Parteitag seien es noch fünf Monate, die Bürger hätten derzeit "ganz andere Fragen als die, wer Vorsitzender der CDU wird".

Er stehe zur Lösung im Team, versicherte Spahn. Der Gesundheitsminister, der ebenfalls als Anwärter für den CDU-Vorsitz galt, hatte im Februar auf eine eigene Kandidatur verzichtet und seine Unterstützung für den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) erklärt. 

Als er sich gemeinsam mit Laschet als Team vorgestellt habe, habe er gesagt, dass die CDU in der größten Krise ihrer Geschichte sei, sagte Spahn. "Das habe ich nicht leichtfertig gesagt - das war vielmehr der Grund für mich, in dieses Team zu gehen." Das sehe er aus "voller Überzeugung" immer noch so. 

Neben Laschet kandidieren noch der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Ex-Umweltminister Norbert Röttgen für den CDU-Vorsitz. Sie treten auf einem Parteitag im Dezember in einer Kampfkandidatur gegeneinander an. 

Nach der Klärung des CDU-Vorsitzes müssen sich die beiden Unionsparteien auf einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten einigen - dies ist bislang für Januar 2021 vorgesehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr nach vier Amtszeiten nicht mehr antreten.

Zu Spekulationen über eine Kanzlerkandidatur von CSU-Chef Markus Söder sagt Spahn: "Ob er das gern wäre, müssen Sie ihn fragen." Am Ende würden CDU und CSU gemeinsam eine Lösung finden. Er habe in der Coronakrise mit Laschet und Söder zwei Ministerpräsidenten erlebt, "die mit aller Kraft das Beste wollten, die am gleichen Strang gezogen, aber auch unterschiedliche Akzente gesetzt haben".

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