Politik

Iran meldet Unfall in der Urananreicherungsanlage Natans

  • AFP - 2. Juli 2020, 15:24 Uhr
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Ein IAEA-Siegel auf einer Anlage im iranischen Natans
Bild: AFP

In einer Lagerhalle der iranischen Atomanlage Natans hat es nach offiziellen Angaben einen Unfall gegeben. Es sei niemand zu Schaden gekommen, es sei auch keine radioaktive Strahlung ausgetreten, teilte die iranische Atomenergieorganisation mit.

In einer Lagerhalle der iranischen Atomanlage Natans hat es am Donnerstag nach offiziellen Angaben einen Unfall gegeben. Es sei niemand zu Schaden gekommen, es sei auch keine radioaktive Strahlung ausgetreten, teilte die iranische Atomenergieorganisation mit. In der Halle sei kein nukleares Material gelagert worden, sagte der Sprecher der Organisation, Behrus Kamalwandi, im iranischen Staatsfernsehen.

Die genaue Unfallursache war zunächst unklar. Experten würden derzeit ermitteln, sagte Kamalwandi. Nach Angaben der Atomenergieorganisation fanden an der Halle Bauarbeiten statt. Der Gouverneur von Natans, Ramesan-Ali Ferdosi, sagte laut der Nachrichtenagentur Tasnim, es sei ein Feuer ausgebrochen. 

In Natans befindet sich eine der wichtigsten Urananreicherungsanlagen des Landes. Nach Angaben von Kamalwandi hat der Unfall keine Auswirkungen auf das dortige Programm. "Die Arbeit im Zentrum für Urananreicherung von Natans musste nicht unterbrochen werden", sagte er. Das Programm werde "im gewohnten Tempo" fortgesetzt.

Im Juni 2015 hatten die fünf UN-Vetomächte und Deutschland nach jahrelangen Verhandlungen mit dem Iran ein Atomabkommen geschlossen. Es sollte sicherstellen, dass die Islamische Republik nicht die Fähigkeiten zum Bau einer Atombombe erlangt. US-Präsident Donald Trump kündigte das Abkommen im Mai 2018 jedoch einseitig auf und verhängte neue Sanktionen gegen Teheran. Seitdem zieht sich der Iran selbst schrittweise aus der Vereinbarung zurück.

Laut einem Bericht der UNO von Anfang Juni konnte die Islamische Republik zuletzt bis zu 4,5 Prozent angereichertes Uran produzieren. Der Wert liegt damit über den nach dem Wiener Übereinkommen zulässigen Wert von 3,67 Prozent. Jedoch ist die Produktion noch weit entfernt von der für die Herstellung einer Atombombe erforderlichen Schwelle von über 90 Prozent.

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