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Höchste Auszeichnung in Cannes nach "Demütigungen" in iranischer Heimat

  • AFP - 29. Mai 2022, 01:41 Uhr
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Die iranische Schauspielerin Sar Amir Ebrahimi
Bild: AFP

Für die im französischen Exil lebende Iranerin Sar Amir Ebrahimi ist die Auszeichnung als beste Schauspielerin beim Filmfestival in Cannes Höhepunkt einer besonders steinigen Karriere: 'Ich habe einen langen Weg zurückgelegt bis zu dieser Bühne heute', sagte Ebrahimi am Samstagabend bei der Gala in Cannes. Ebrahimi war vor 16 Jahren nach einer 'demütigenden' Verleumdungskampagne aus ihrer Heimat geflohen. 

Für die im französischen Exil lebende Iranerin Sar Amir Ebrahimi ist die Auszeichnung als beste Schauspielerin beim Filmfestival in Cannes die Krönung einer besonders steinigen Karriere: "Ich habe einen langen Weg zurückgelegt bis zu dieser Bühne heute", sagte Ebrahimi am Samstagabend bei der Gala in Cannes. Ebrahimi war vor 16 Jahren nach einer "demütigenden" Verleumdungskampagne aus ihrer Heimat geflohen. 

Sie sei durch das Kino "gerettet worden", sagte die 41-jährige Schauspielerin, die durch eine Rolle in der erfolgreichen Seifenoper "Nargess" in ihrer Heimat berühmt geworden war. Doch ihre Karriere endete abrupt, als 2006 ein Video im Internet veröffentlicht wurde, dass sie angeblich beim Sex mit ihrem Freund zeigte. Die Behörden leiteten Ermittlungen ein, der mutmaßliche Verfasser des Videos floh wegen drohender Festnahme außer Landes, der Fall schlug so hohe Wellen, dass der Generalstaatsanwalt von Teheran sich einschaltete.

Das Kino habe ihr über Erniedrigungen, Einsamkeit und Dunkelheit hinweg geholfen, sagte Ebrahimi bei der Preisverleihung auf Farsi. "Nun stehe ich vor ihnen in einer Nacht der Freude." 

Ebrahimi floh nach dem Skandal nach Paris, ohne Französisch sprechen zu können, und hielt sich mit kleinen Jobs über Wasser. "Ich habe zwei, drei Jahre gebraucht, um herauszufinden, wo ich gelandet bin", sagte sie. Über die französische Filmindustrie habe sie nichts gewusst. 

In Cannes wurde Ebrahimi für ihre Rolle in "Holy Spider" ausgezeichnet. Sie spielt eine Journalistin, die zu einer Mordserie an 16 Prostituierten in Maschhad recherchiert, einer der wichtigsten heiligen Städte der Schiiten. Der dänisch-iranische Regisseur Ali Abbasi drehte den Thriller nach einer wahren Begebenheit. Der Täter hatte während des Prozesses ausgesagt, er habe die Straßen der Stadt von der Sünde befreien wollen. Eine Drehgenehmigung des Iran erhielt der Regisseur nicht, der Film wurde in Jordanien gedreht.  

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