Wirtschaft

Berufungsgericht in Chile stoppt millionenschweres Projekt zur Lithum-Förderung

  • AFP - 15. Januar 2022, 14:14 Uhr
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Lithium-Gewinnung in der Atacama-Wüste
Bild: AFP

Ein Berufungsgericht in Chile hat eine umstrittene staatliche Ausschreibung für ein millionenschweres Projekt zur Lithium-Förderung gestoppt. Das Gericht in der nördlichen Stadt Copiapó legte den kürzlich erfolgten Zuschlag für eine chinesische Firma zunächst auf Eis.

Ein Berufungsgericht in Chile hat eine umstrittene staatliche Ausschreibung für ein millionenschweres Projekt zur Lithium-Förderung gestoppt. Das Gericht in der nördlichen Stadt Copiapó legte den kürzlich erfolgten Zuschlag für eine chinesische und eine chilenische Firma am Freitag (Ortszeit) zunächst auf Eis. Die Ausschreibung hatte für Kontroversen gesorgt, weil sie nur zwei Monate vor dem Ende der Amtszeit des konservativen Präsidenten Sebastián Piñera erfolgt war.

Das Gericht gab damit einer Klage des Gouverneurs von Copiapó, Miguel Vargas, und einer Gruppe von indigenen Gemeinden statt, die eine Salzebene in der Atacama-Wüste bewohnen. In der Ausschreibung der Regierung wird der genaue Ort der Lithiumgewinnung zwar nicht genannt, aber das Mineral ist häufig in salzreichen Gegenden zu finden.

Das chinesische Tochterunternehmen BYD Chile SpA und das chilenische Unternehmen Servicios y Operaciones Mineras del Norte S.A. hatten sich vor zwei Tagen den Zuschlag für die Förderung von jeweils 80.000 Tonnen Lithium über einen Zeitraum von 20 Jahren gesichert, wie das Ministerium für Bodenschätze am Mittwoch mitteilte.

Das Team des kürzlich gewählten linken Präsidenten Gabriel Boric hatte die Regierung jedoch gebeten, die Ausschreibungen zu verschieben, um der neuen Regierung die Möglichkeit zu geben, die Bedingungen für die Verträge zu diskutieren. Boric tritt sein Amt im März an.

Laut Angaben des Bergbauministeriums zielte die Ausschreibung darauf ab, Chiles Vormachtstellung auf dem Weltmarkt für Lithium wiederzuerlangen. Bis 2016 war das Land mit einem Marktanteil von 37 Prozent der größte Produzent weltweit, heute liegt es mit 32 Prozent auf Platz zwei hinter Australien.

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