Wirtschaft

"Fridays for Future": Bund muss EU-Taxonomie klar ablehnen

  • dts - 15. Januar 2022, 02:00 Uhr
Bild vergrößern: Fridays for Future: Bund muss EU-Taxonomie klar ablehnen
Atomkraftwerk
dts

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - "Fridays for Future" drängt den Bund, sich klar gegen EU-Pläne zur Einstufung von Gas und Atomkraft als umweltfreundlich zu positionieren. "Olaf Scholz‘ offensive Begeisterung für fossiles Gas unterminiert jegliche Vorhaben der Bundesregierung, auf Klimaneutralität hinzuwirken", sagte Aktivistin Luisa Neubauer der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe).

"Das sollte nicht nur die Öffentlichkeit empören, sondern auch den Teil der Regierung, der im weitesten Sinne an der effektiven Verhinderung größerer Klimakatastrophen interessiert ist". "Diese Greenwashing-Taxonomie hilft nicht beim Erreichen der Klimaziele, sie unterwandert sie. 1,4 Milliarden Tonnen CO2 würden auf einen Schlag als `nachhaltig` gelabelt werden", kritisierte Neubauer. Die EU müsse mit ihrer Taxonomie zeigen, wie Klimagerechtigkeit im Jahr 2022 aussehen könne.

"Stattdessen präsentiert sie der Welt einen absurden Policy-Spin, um weiterhin fossile Energien zu verteidigen", so die Mitinitiatorin der Klimaschutzbewegung in Deutschland. Am Freitag hatte Fridays for Future in insgesamt 23 deutschen Städten zu Protesten gegen die EU-Pläne aufgerufen. Die FFF-Aktivistin Annika Rittmann forderte die Bundesregierung dazu auf, sich für eine Überarbeitung der Taxonomie auf EU-Ebene einzusetzen, aber auch in Deutschland zu zeigen, dass es Gas und Kernenergie nicht brauche. "Diese Bundesregierung ist mit dem Versprechen angetreten, die 1,5-Grad-Grenze einzuhalten. Das ist nur mit einem ausreichenden Plan und der Bereitschaft, alles Notwendige zu tun, möglich. Für die Taxonomie heißt das eine 180-Grad-Wende weg vom Schönreden hin zu einer klaren Ansage gegen Gas und Atom", sagte Rittmann der "Rheinischen Post".

Sie forderte, den Vorschlag der EU-Kommission entgegen anderslautender Erwartungen doch noch zu kippen. Die verantwortlichen Politiker "tun immer wieder so, als ließen sich die üblichen Wege nicht ändern", kritisierte sie. "Es geht aber nicht darum zu fragen, ob sich diese Taxonomie in einer Normalität kippen lässt, sondern darum, dass wir in dieser Krisenzeit keine andere Wahl haben als sie zu kippen", so Rittmann weiter.

Weitere Meldungen

RKI meldet 130728 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz sinkt auf 678,8

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Mittwochmorgen vorläufig 130.728 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 2,4 Prozent oder 3.222

Mehr
Linke liebäugelt wieder mit Nord Stream 2

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Um die Gasversorgung in Deutschland zu sichern fordert die Linke im Bundestag ein Ende der Sanktionen gegen Russland und die Aufnahme von

Mehr
Energieexperten bezweifeln Umsetzbarkeit von Flüssiggasstrategie

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Energieexperten halten die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) für den raschen Import von Flüssiggas (LNG) als Ersatz für

Mehr

Top Meldungen

Nabu kritisiert Taxonomie-Vorschlag als "Etikettenschwindel"

Berlin/Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Vor der Abstimmung zur Taxonomie im EU-Parlament hat der Naturschutzbund (Nabu) die Pläne der Kommission als Sabotage an den Klimazielen

Mehr
Norwegische Regierung stoppt Streik in der Öl- und Gasindustrie

Die norwegische Regierung hat einen Streik in der Öl- und Gasindustrie des Landes nach wenigen Stunden gestoppt. Ein unabhängiges Gremium sei damit beauftragt worden eine Lösung

Mehr
Energieversorger wollen Schutzschirme für Branche und Kunden

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Diskussion über einen Schutzschirm für Energieunternehmen fordern Versorger gleichsam Entlastungsmaßnahmen für Endverbraucher. Importeure

Mehr