Brennpunkte

Frankreich fliegt fast 260 Afghanen aus Kabul aus

  • AFP - 4. Dezember 2021, 13:02 Uhr
Bild vergrößern: Frankreich fliegt fast 260 Afghanen aus Kabul aus
Emmanuel Macron (l.) mit Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad al-Thani
Bild: AFP

Frankreich hat fast 260 Afghanen aus Kabul ausgeflogen. An Bord der Chartermaschine nach Doha waren 258 Afghanen, die wegen ihrer Arbeit, insbesondere als Journalisten oder frühere Ortskräfte der französischen Armee, in Gefahr waren.

Frankreich hat am Freitag fast 260 Afghanen aus Kabul ausgeflogen. An Bord der Chartermaschine nach Doha waren 258 Afghanen, die wegen ihrer Arbeit, insbesondere als Journalisten oder ehemalige Ortskräfte der französischen Armee, in ihrem Heimatland in Gefahr waren, wie das Außenministerium in Paris mitteilte. Mit derselben Maschine wurden den Angaben zufolge auch elf Franzosen und rund 60 Niederländer aus Afghanistan ausgeflogen.

Präsident Emmanuel Macron dankte Katar für die Hilfe bei der Organisation des Evakuierungsflugs. "Ich danke Katar für die Rolle, die es seit Beginn der Krise gespielt hat und die es ermöglicht hat, mehrere Evakuierungen zu organisieren", sagte Macron am Freitagabend bei einem Treffen mit Katars Emir Scheich Tamim bin Hamad al-Thani in Doha.

Seit der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hat Frankreich insgesamt 110 Franzosen und fast 400 Afghanen aus Kabul ausgeflogen, wie das Außenministerium mitteilte. Alle zehn Evakuierungsflüge seit Anfang September wurden demnach mit Hilfe Katars organisiert, weitere Flüge sollen folgen.

Nach Angaben Macrons denken inzwischen zudem mehrere europäische Länder darüber nach, gemeinsam eine diplomatische Vertretung in Kabul zu eröffnen. Nach der Machtübernahme der Taliban hatten Frankreich und andere westliche Länder ihre Botschaften in der afghanischen Hauptstadt geschlossen.

Nach seinem Besuch in Katar reiste Macron am Samstag nach Saudi-Arabien weiter, wo er den mächtigen Kronprinzen Mohammed bin Salman treffen wollte. Macron ist damit einer der ersten Staats- oder Regierungschefs aus dem Westen, die seit der Ermordung des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi im Oktober 2018 von dem Thronfolger in Saudi-Arabien empfangen werden. Bin Salman steht im Verdacht, der Drahtzieher des Mordes im saudiarabischen Konsulat in Istanbul gewesen zu sein.

Macron sagte am Freitag, der Dialog mit Saudi-Arabien sei wichtig, weil das Königreich eine wichtige Rolle für die Stabilität der Golfregion spiele. Aber das "bedeutet nicht, dass ich irgendetwas gutheiße", sagte Macron mit Blick auf den Mord an Khashoggi.

Weitere Meldungen

Bundesgerichtshof lässt sämtliche Anklagepunkte gegen syrischen Arzt zu

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main muss wegen aller Vorwürfe der Anklage gegen einen syrischen Arzt verhandeln. Auch die zehn Fälle von möglichen Verbrechen gegen die

Mehr
Österreich weist deutschen Asyl-Vorstoß zurück

Wien (dts Nachrichtenagentur) - Der österreichische Innenminister Gerhard Karner hat sich gegen den jüngsten Asyl-Vorstoß der deutschen Bundesregierung ausgesprochen. Die von

Mehr
Verfassungsbeschwerde zu paritätischen Wahllisten in Thüringen gescheitert

Das Bundesverfassungsgericht hat eine Beschwerde nicht zur Entscheidung angenommen, die sich gegen das Urteil des Thüringer Verfassungsgerichtshofs gegen die Einführung von

Mehr

Top Meldungen

Corona-Pandemie bremst Kreuzfahrt-Boom massiv aus

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Corona-Pandemie hat den Kreuzfahrt-Boom massiv ausgebremst. Im Jahr 2020 starteten rund 530.000 Passagiere und damit rund 93 Prozent

Mehr
Gastgewerbeumsatz stagniert im Jahr 2021

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der Umsatz im Gastgewerbe in Deutschland hat sich im Jahr 2021 gegenüber dem Vorjahr real nicht verändert. Das teilte das Statistische

Mehr
ADAC verlangt Verbesserung der Autobahn-Rastanlagen

München (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts des geplanten Ausbaus der Schnellladeinfrastruktur an Autobahnen im Rahmen des "Deutschlandnetzes" fordert der ADAC eine

Mehr