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EU-Arzneimittelbehörde genehmigt Biontech-Impfstoff für Kinder ab fünf Jahren

  • AFP - 25. November 2021, 18:18 Uhr
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Spritze mit Biontech-Impfstoff
Bild: AFP

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder von fünf bis einschließlich elf Jahren gegeben. Politiker und Ärzte in Deutschland begrüßten die Entscheidung.

Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffes von Biontech/Pfizer für Kinder von fünf bis einschließlich elf Jahren gegeben. Das teilte die EMA nach einem Treffen des zuständigen Expertengremiums am Donnerstag mit. Sie machte damit den Weg frei für die Impfung einer der Altersgruppen, in denen sich das Virus zurzeit am schnellsten verbreitet. Politiker und Ärzte in Deutschland begrüßten die Entscheidung. In Österreich empfahl das Nationale Impfgremium (NIG) noch am Donnerstag die Impfungen für Kinder. 

Laut EMA sollte das Vakzin an Fünf- bis Elfjährige in zwei Impfungen mit einer Dosierung von jeweils zehn Mikrogramm verabreicht werden. Das ist ein Drittel der üblichen Dosierung. Der Abstand zwischen den Impfungen sollte demnach drei Wochen betragen. 

Der Schutz vor einer Covid-19-Erkrankung durch die Impfung in dieser Altersgruppe liege bei 90,7 Prozent, erklärte die EMA unter Berufung auf eine Studie mit fast 2000 Kindern. Die Nebenwirkungen wie etwa Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen oder Schüttelfrost waren demnach in der Regel "leicht oder mäßig" und hielten nur wenige Tage an.

Sie sei deshalb zu dem Schluss gekommen, dass der Nutzen der Impfung "bei Kindern im Alter von fünf bis elf Jahren die Risiken überwiegt", erklärte die Behörde weiter. Dies gelte insbesondere bei Kindern mit Vorerkrankungen, die das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung erhöhen. EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides erklärte, die EMA sei sich sicher, dass der Impfstoff sicher und wirksam für Kinder sei und ihnen zusätzlichen Schutz biete. 

Politiker sowie Kinder- und Jugendärzte in Deutschland begrüßten die Entscheidung der EMA. "Familien und insbesondere die Kinder und Jugendlichen tragen in der Pandemie eine besonders große Last", sagte die geschäftsführende Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) der Nachrichtenagentur AFP. Die Impfung von Schulkindern könne zudem dazu beitragen, "den Schulunterricht in Präsenz zu sichern". "Darüber hinaus hilft jede Impfung auch, die Verbreitung des Virus generell einzudämmen", unterstrich sie.

Die scheidende Ministerin äußerte die Hoffnung, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) "nun möglichst zeitnah auch eine Empfehlung" zur Impfung der Altersgruppe zwischen fünf und elf Jahren abgibt. Die Stiko hat bereits angekündigt, bis Ende Dezember über die Impfempfehlung zu entscheiden. Deutschland soll nach den Worten des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) ab dem 20. Dezember eine erste Lieferung des niedriger dosierten Kinder-Impfstoffs erhalten.

"Auf das grüne Licht der Europäischen Arzneimittel-Agentur für den Einsatz des Kinder-Impfstoffs von Biontech haben viele Kinder und Eltern sehnlich gewartet", erklärte auch die geschäftsführende Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD). Jetzt müssten die Länder die Vorbereitungen für die Kinder-Impfung "so treffen, dass es sofort losgehen kann, wenn der Impfstoff für Kinder bereitsteht". Um Ängste und Zweifel zu nehmen, müssten Familien darüber hinaus "umfassende und verständliche Informationen erhalten und gut beraten werden". 

In Österreich empfahl das Nationale Impfgremium (NIG) die Impfung kurz nach der EMA-Entscheidung, wie die Nachrichtenagentur APA berichtete. "Die Kinderimpfung ist sicher", betonte demnach Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne). 258.000 Dosen des Impfstoffs für Kinder sollen bis zum Jahresende nach Österreich geliefert werden.

Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran erklärte indessen, er habe die französischen Gesundheitsbehörden gebeten, eine mögliche Impfung von Kindern gründlich zu prüfen. "Diese Impfung wird, wenn sie in Frankreich beschlossen wird, nicht vor Anfang 2022 beginnen", sagte er.

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