Wirtschaft

Australien übt scharfe Kritik an Chinas Handelspolitik

  • AFP - 21. Oktober 2021, 07:15 Uhr
Bild vergrößern: Australien übt scharfe Kritik an Chinas Handelspolitik
Docks eines Containerhafens
Bild: AFP

Australien hat China für dessen Handelspolitik scharf kritisiert. Die Volksrepublik habe 'bedeutend' von ihrer nunmehr 20-jährigen Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation WTO profitiert, sagte der australische Vertreter bei einem WTO-Treffen.

Australien hat China für dessen Handelspolitik scharf kritisiert. Die Volksrepublik habe "bedeutend" von ihrer nunmehr 20-jährigen Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation WTO profitiert, sagte der australische Vertreter bei einem WTO-Treffen in Genf am Donnerstag laut dem anschließend veröffentlichten Redetext. Zugleich halte sich Peking nicht an die im Rahmen der Organisation gemeinsam vereinbarten Regeln.

"China hat die Regeln und Normen des Welthandels durch Praktiken, die mit seinen WTO-Verpflichtungen nicht vereinbar sind, zunehmend auf die Probe gestellt", erklärte der Australier weiter. "Indem es vereinbarte Handelsregeln untergräbt, untergräbt China auch das multilaterale Handelssystem, auf das sich alle WTO-Mitglieder verlassen."

Die Regierung in Peking hatte in den vergangenen anderthalb Jahren eine lange Liste australischer Exporte mit Beschränkungen belegt. Experten sehen in den Sanktionen eine kaum verhüllte Botschaft an andere Länder im Pazifikraum: Wer Peking politisch herausfordert, riskiert hohe wirtschaftliche Kosten. Australien wehrt sich seit langem gegen Chinas Bestreben, seinen Einfluss in der Region zu erweitern.

Bei dem Treffen in Genf versprach China verschiedenen Berichten zufolge, seine Bemühungen um eine Öffnung seiner Märkte zu beschleunigen und eine "proaktivere Importpolitik" zu betreiben. Australien entgegnete, dass Chinas "marktorientierte Reformen" in den letzten Jahren keine Fortschritte gemacht hätten.

Als China vor 20 Jahren der WTO beitrat, bestand insbesondere in Washington die Hoffnung, die Mitgliedschaft würde Peking ideologisch dem westlichen Multilateralismus näher bringen und politische Reformen fördern. Doch der chinesische Markt unterliegt heute wie damals strengen Kontrollen. Staatliche Firmen dominieren und die Kommunistische Partei hält überall die Fäden in der Hand.

Weitere Meldungen

Entwicklungsminister ruft zum Kauf fairer Schokolade zu Nikolaus auf

Kurz vor dem Nikolaus-Tag hat der geschäftsführende Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) die Konsumenten zum Kauf fair produzierter und gehandelter Schokolade aufgerufen. "Zum

Mehr
Chinas Regierung bestellt Evergrande-Gründer ein

In China spitzt sich die Lage auf dem kriselnden Immobilienmarkt zu: Der größte Entwickler des Landes, der völlig überschuldete Konzern Evergrande, warnte am Freitagabend erneut

Mehr
Frankreichs Champagner-Hersteller feiern Rekordumsatz in diesem Jahr

Die Champagner-Hersteller in Frankreich stoßen schon jetzt auf ein Rekordjahr an: Sie rechnen 2021 mit einem Absatz von 315 Millionen Flaschen und einem Umsatz von über 5,5

Mehr

Top Meldungen

Mehrere Sterne-Restaurants steigern Gewinne trotz Lockdown

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Trotz der Corona-Lockdowns im vergangenen Jahr weisen mehrere Sterne-Restaurants für 2020 deutlich höhere Gewinne aus als in den Vorjahren. Das

Mehr
Nachfrage nach Winterurlaub in Schneeregionen stark gestiegen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Nachfrage nach Winterurlaub in beliebten Schneeregionen ist im Vergleich zur Vorjahressaison deutlich gestiegen. Das legt eine Auswertung des

Mehr
RKI meldet 64510 Corona-Neuinfektionen - Inzidenz steigt auf 442,7

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Samstagmorgen vorläufig 64.510 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 3,9 Prozent oder 2.615

Mehr