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Hobby Beachy-Wohnmobil - Der Strand-Van

  • Michael Lennartz/SP-X - 24. September 2021, 12:42 Uhr
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Hobby hat bestätigt, dass die Serienausführung des Camper-Vans als zweites Modell der eigenständigen Marke Beachy im nächsten Sommer an den Start gehen soll Foto: Hobby

Schneller als gedacht bekommt der erfolgreich gestartete Beachy-Wohnwagen Zuwachs. Die auf dem Caravan-Salon gezeigte Studie eines spartanischen, aber stylisch auf Strandfeeling getrimmten Beachy-Vans soll im Sommer 2022 in Serie gehen.

Der Beachy-Wohnwagen am großflächigen Stand der Fockbeker Hobby-Werke war unbestritten eines der großen Premieren-Highlights des Düsseldorfer Caravan-Salons. Der durchgestylte Einsteiger-Wohnwagen, der sich mit seinem trendy Outfit auch äußerlich von der breit gefächerten Masse der Caravans abhebt, war stets umlagert von Menschentrauben. Der in drei Grundriss-Varianten verfügbare Strand-Wohnwagen wird bereits zu Preisen ab 12.000 Euro angeboten, und die ersten Exemplare werden noch in diesem Jahr ausgeliefert.

Im Gegensatz zu dem Beachy-Van 540, der als ausgebauter Kastenwagen auf Basis eines Citroën Jumpers zunächst nur als Studie in Düsseldorf stand. Mittlerweile hat Hobby aber bestätigt, dass die Serienausführung des Camper-Vans als zweites Modell der eigenständigen Marke Beachy im nächsten Sommer an den Start gehen soll.  

Holger Schulz, Hobby-Geschäftsführer und geistiger Vater des Beachy-Konzepts, scheint mit seiner Idee von eher spartanisch ausgerüsteten Freizeitfahrzeugen, die gleichwohl mit schickem und stylischem Möbelbau ein Lebensgefühl vermitteln sollen - in diesem Fall eben Strandgefühl -, den Nerv der Zeit getroffen zu haben. Der Beachy-Van würde zwar stark polarisieren, und vor allem gestandene Camper-Van-Nutzer kritisieren das komfortmäßig abgespeckte Angebot, jüngere Interessenten gingen aber ganz anders an das neue Konzept heran und wären begeistert. ,,Wir erschließen da eine ganz neue Zielgruppe", ist Holger Schulz überzeugt.

Anders als der Beachy-Wohnwagen sieht der Beachy-Van von außen völlig unspektakulär aus. So wie jeder ausgebaute Kastenwagen. Daran ändert auch das schwarz abgesetzte Aufstelldach wenig. Das Aha-Erlebnis stellt sich nach dem Öffnen der seitlichen Schiebetür ein. Obwohl der 5,40 Meter lange Camper-Van auf der kürzesten Version des Citroën Jumpers aufbaut, vermittelt er ein Raumgefühl wie in einer kleinen Halle.  

Das rührt daher, dass mit Ausnahme der Sitzlehnen kein eingebautes Möbelstück über die Gürtellinie hinausragt. Kein hoher Schrank bricht die durchgängige Blickachse von vorn bis hinten über die gesamte Fahrzeugbreite. Keine Duschkabine stört die luftige Optik.  

Das einzige voluminösere Möbelstück ist der Küchenblock, der auf der Fahrerseite in der Wagenmitte angebracht ist. Er besteht aus einem 70-Liter-Kompressor-Kühlschrank, einem ausziehbaren, einflammigen Gas-Kartuschenkocher und einem kleinen Edelstahl-Spülbecken. Minimalistisch eben, wie auch die jeweils 19-Liter-Kanister für Frisch- und Abwasser. Gegenüber befindet sich noch ein hockerartiger Block, der von den Dimensionen so eingerichtet ist, dass dort genau eine Porta-Potti-Chemietoilette hineinpasst.

Den Heckbereich füllt, ähnlich wie im Beachy-Caravan, eine Face-to-Face-Sitzgruppe aus, die als Ergänzung zum Schlafbereich im Aufstelldach in ein weiteres Doppelbett umgebaut werden kann. Die dänische Designerin Anne Halskov hat dabei, wie im Wohnwagen, wieder ein sehr stimmiges Gesamtbild geschaffen, das von der Helligkeit und den Materialien her die gedankliche Assoziation mit Meer und Küste nahelegt. Bestes Beispiel sind die offenen Fächer unter der Dachlinie, die im Gegensatz zu sonst üblichen Dachstauschränken leicht und spielerisch wirken. Die hier platzierten Gegenstände werden durch passgenaue Glashalterungen oder Gummibänder vor dem Herausfallen bewahrt. Ob sich das allerdings auch in der Praxis während der Fahrt bewährt, wird sich zeigen.

Eine weitere Besonderheit des Beachy-Vans: Ein Schienensystem im Boden ermöglicht im vorderen Wagenbereich den Einbau von drei Einzelsitzen in der zweiten Sitzreihe, so dass einschließlich der beiden - natürlich auch drehbaren - Pilotensitze im Fahrerhaus bis zu fünf Personen gurtgesichert auf die Reise gehen können. Einerseits lässt sich damit vor Ort mit weiteren Gästen auf der Hecksitzgruppe auch bei Regen eine kuschelige Strandfete feiern. Andererseits können bei einem Ausflug zu zweit beispielsweise zwei Einzelsitze in der heimischen Garage zurückgelassen werden, was - wie bei der in Düsseldorf gezeigten Version mit nur einem Einzelsitz - den luftigen Eindruck nur noch verstärkt und den Van in eine Zweiraumwohnung verwandelt: Vorn beispielsweise als Arbeitszimmer, hinten zur Entspannung die Lese-, Musik- oder Sonstwas-Ecke.

Kein Waschraum, keine Schränke, kleine Tanks und eine bescheidene Kochstelle - an den komfortorientierten Anforderungen, die gestandene Wohnmobil-Besitzer an einen Camper-Van stellen, darf man diesen Beachy-Van nicht messen. Er zielt auf eine Klientel, die minimalistischere Wohnmobile bewusst bevorzugt. Und diese Gruppe wächst, wie die jüngste Marktentwicklung mit dem Run auf oft einfach ausgestattete Campingbusse zeigt.  

Der Preis ist dabei sicher wichtig, spielt aber nicht unbedingt die Hauptrolle. Beim Beachy-Van lässt sich Holger Schulz auch nicht aus der Reserve locken: ,,Da ist alles noch offen. Zumal es sicher noch Detailveränderungen geben wird, vielleicht auch noch eine Außendusche hinzukommt." Als Einsteigermodell sollte er aber deutlich unter dem derzeit günstigsten Hobby-Kastenwagen liegen - und das ist ein allerdings sechs Meter langer Vantana Ontour für 48.500 Euro.  

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