Wirtschaft

AOK-Report: Weniger Krankmeldungen in Pandemie - aber längere Fehlzeiten

  • AFP - 14. September 2021, 12:10 Uhr
Bild vergrößern: AOK-Report: Weniger Krankmeldungen in Pandemie - aber längere Fehlzeiten
Mann im Homeoffice
Bild: AFP

In der Corona-Pandemie gab es bei Beschäftigten weniger Krankmeldungen - allerdings fehlten sie krankheitsbedingt länger. Das ist ein Ergebnis des Fehlzeiten-Reports des Wissenschaftlichen Instituts der AOK.

In der Corona-Pandemie gibt es bei Beschäftigten weniger Krankmeldungen - allerdings fehlen sie krankheitsbedingt länger. Das ist ein Ergebnis des Fehlzeiten-Reports des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO), der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. 

Die Studie vergleicht die Pandemie-Monate von März 2020 bis Juli 2021 mit dem Vorkrisen-Zeitraum. Die größte Differenz zeigt sich demnach bei den Atemwegserkrankungen, die im Pandemie-Zeitraum mit 30,6 Arbeitsunfähigkeitsfällen je hundert AOK-Mitgliedern im Durchschnitt 182 Fälle weniger verursachten als im Vergleichszeitraum.

Beschäftigte fehlten aber prinzipiell länger am Arbeitsplatz als vor der Krise. So waren Erwerbstätige wegen einer psychischen Erkrankung in der Pandemie im Durchschnitt vier Tage länger krank gemeldet als vor der Pandemie. Bei Herz-Kreislauferkrankungen lag die Differenz bei 2,5 Tagen je Fall, bei Atemwegserkrankungen und Muskel-Skelett-Erkrankungen fiel die Differenz mit 1,8 beziehungsweise 1,6 Tagen je Fall geringer aus.

Die Autoren gehen davon aus, dass viele Beschäftigte aus Angst vor Ansteckung auf einen Arztbesuch verzichteten und daher die Fallzahlen niedriger lagen. Die höhere Dauer der Krankschreibungen werten sie indes als Hinweis, dass die Erkrankten in der Pandemie-Situation stärker belastet waren.

Generell trotzten Beschäftigte der Pandemie besser, wenn auch ihr Unternehmen die Krise gut bewältigte. Wer sein Unternehmen als besonders anpassungsfähig, Führungskräfte als Unterstützung und den Zusammenhalt im Betrieb als gut erlebte, berichtete seltener von gesundheitlichen Beschwerden - im Schnitt hatten diese Beschäftigten 7,7 krankheitsbedingte Fehltage in den vergangenen zwölf Monaten.

Erwerbstätige, die ihr Unternehmen in der Pandemie besonders schlecht bewerteten, wiesen dagegen 11,9 krankheitsbedingte Fehltage auf. Das AOK-Institut befragte von Februar bis Anfang März 2021 rund 2500 Erwerbstätige zwischen 20 und 65 Jahren.

Der Anteil der Erwerbstätigen, die über psychosomatische Beschwerden klagen oder sich durch negative Emotionen beeinträchtigt fühlen, ist laut der Befragung während der Coronavirus-Pandemie insgesamt gestiegen. Berichteten Anfang 2020 etwa 69 Prozent über emotionale Probleme wie Lustlosigkeit, Nervosität oder Niedergeschlagenheit, waren es in diesem Frühjahr schon 88 Prozent.

Auch der Anteil der Beschäftigten mit mindestens einer psychosomatischen Störung stieg während der Pandemie von 80 auf 84 Prozent. Besonders deutlich war der Anstieg bei Konzentrationsproblemen (plus zehn Prozent) und Schlafstörungen (plus sieben Prozent).

Weitere Meldungen

Daimler: Lieferverzögerungen durch Chipmangel von über einem Jahr

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Mercedes-Kunden müssen auf ein neues Auto teilweise schon mehr als ein Jahr warten. "Ja, die Nachfrage ist bei Mercedes-Benz enorm und

Mehr
Tarifverhandlungen für private Banken in dritter Runde abgebrochen

Die dritte Runde in den Tarifverhandlungen für die privaten Banken ist am Freitag nach nur einer Stunde abgebrochen worden. Die Arbeitgeberseite zeigte sich überrascht: Die

Mehr
Schwarzarbeit boomt in der Pandemie

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Trotz der Coronakrise hat 2020 die Schwarzarbeit geboomt. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums (BMF) auf eine Anfrage der

Mehr

Top Meldungen

IWF mahnt Australiens Politik zum Eingreifen auf überhitztem Immobilienmarkt

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Australiens Regierung zum Eingreifen auf dem überhitzten Immobilienmarkt gedrängt und eindringlich vor einer Blase gewarnt. Die rasant

Mehr
China erklärt sämtliche Finanztransaktionen mit Kryptowährung für illegal

Die chinesische Zentralbank hat sämtliche Finanztransaktionen unter Beteiligung von Kryptowährungen für illegal erklärt. Geschäfte im Zusammenhang mit digitalen Währungen seien

Mehr
Tourismusbeauftragter erwartet Reise-Neustart durch Impfungen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß (CDU), sieht Impfungen als Chance für einen Neustart des Tourismus nach der

Mehr